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Museum

 

Museum im Schloss Ribbeck - Das Museum im Denkmal

1.) Ständige Ausstellung

a: Denkmalsanierung und Museumskonzept
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Ausgehend vom Kreistagsbeschluss vom November 2005 (Amtsblatt für den Landkreis Havelland, Jg. 12 Nr. 20, Beschluss Nr. BV 0248/KT 17/05), "Schloss Ribbeck in eigener Trägerschaft denkmalgerecht zu sanieren, dort ein touristisches Zentrum mit kultureller Nutzung einzurichten und durch eine Betreibergesellschaft wirtschaftlich zu vermarkten", wurde die Idee zu einem Museum in dem denkmalgeschützten Schloss Ribbeck entwickelt.

 

Die Ständige Ausstellung im Museum wird gemäß des Museumskonzeptes in der jeweils gültigen Fassung von der Unteren Denkmalschutzbehörde / Projektleitung Museum Schloss Ribbeck konzipiert, ausgestattet, gepflegt und weiterentwickelt. Die Betreibergesellschaft, die Schloss Ribbeck GmbH, organisiert den  Besucherverkehr, die Öffentlichkeitsarbeit und die Führungen im Museum.

 

Die Sanierung der Denkmalhülle hatte neben der Anpassung an die Nutzungserfordernisse Bauschäden zu beseitigen und architektonische Fehlstellungen zu korrigieren. Diese denkmalpflegerische Aufgabenstellung führte auch zu einer musealen: Beide Anliegen ergänzen sich und greifen ineinander über, so dass sich drei Präsentationsschwerpunkte  für drei Ausstellungsräume entwickeln ließen:

 

b: Raum "Baugeschichte"
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Die Baugeschichte des Schlosses. Die Sanierung der Gebäudehülle, die restauratorische Untersuchung im Inneren sowie die archäologische Begleitung der Arbeiten an den Außenanlagen ergaben eine Vielfalt von Erkenntnissen. Diesen ist der erste Schauraum gewidmet. Hier sind u. a. das Modell vom Ensemble des (1.) Herrenhauses sowie aus dem Bauschutt geborgene Zierate des Schlosses zu sehen.

c : Gründerzeitzimmer
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d: Raum "Havelländische Altertümer"
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Die Gründerzeit verbindet die Baugeschichte und Fontane, der als Reiseschriftsteller und Romancier zu Beginn der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wirksam wurde. An die Voraussetzungen des einschneidensten Ereignisses der deutschen Geschichte dieses Jahrhunderts, die Reichsgründung 1871, erinnerte er bleibend durch seine "Kriegsbücher". Nach deren Fertigstellung wandte er sich dem Havelland zu. Eine Vertiefungstafel erläutert die Entstehungsgeschichte des Wanderungsbandes "Havelland". Als Schloss Ribbeck seine jetzt wieder gewonnene Gestalt erhielt, 1893, beschäftigte sich Fontane mit Gedankenwelt und politischer Anschauung von Bürgertum, Bourgeoisie und ländlichem Adel. "Effi Briest" (1894) ist voll von havelländischen Bezügen, das Spätwerk "Der Stechlin" (1898) spiegelt u.a. die Welt des alten und des neuen, gründerzeitlichen Preußens, "Frau Jenny Treibel" (1892) bedenkt die Welt der großstädtischen nouveau riche mit feinem Spott. Da sich diese geistige Welt der Gründerzeit, die alle Schichten der Reichsbevölkerung berührte, auch in der Möbelbaukunst, "der Architektur im Kleinen", äußerte, war es begründet, diese auch in Schloss Ribbeck zu unterstellen, was sich besonders im Gründerzeitzimmer spiegelt.

 

Eine  Nahtstelle zwischen Schloss Ribbeck und Theodor Fontane bietet die Birnbaumballade. Obwohl des Dichters Aufenthalt im Ort nicht nachgewiesen ist, nimmt er im "Herrn von Ribbeck auf Ribbeck" mit Erwähnung des "Doppeldachhauses" Bezug auf das (1.) Herrenhaus und äußert sich später brieflich dazu. Die einzige bauliche Verbindung zwischen Schloss und Fontane bietet das DDR-zeitliche Sgraffito im Mittelaufgang. Im Zuge der Denkmalsanierung bewahrt und dabei zum Exponat geworden, bezeugt es zugleich die jüngere Bau- und Nutzungsgeschichte. In einem Zeitstrahl zum 19. Jahrhundert werden Ereignisse aus Leben und Werk Fontanes aufgeführt und deren Bezug zu den wichtigsten politischen und kulturellen Ereignissen der Preußischen und Deutschen Geschichte aufgezeigt. Die Darstellungsweise bietet dem Besucher Gelegenheit, Entwicklungen und Gleichzeitigkeiten einzuordnen. Aus etwa 38 Orten des jetzigen Landkreises Havelland, die dem Band III der Wanderungen sowie dem sonstigen Werk entnommen sind, ist eine Karte mit "Fontane-Routen" zusammengestellt. Sie bezeichnet die von ihm aufgesuchten havelländischen Orte. Eine weniger bekannte Facette im Werk des Dichters präsentiert der Raum der "Havelländischen Altertümer", sah sich Fontane doch auch als Museumsmann und Archäologe. In seinem Brief vom 7. Mai 1868 schlägt er sich selbst als Gründungsdirektor des im Berliner Schloss Monbijou zu etablierenden "Museums für vateländische Altertümer" vor und beklagt den gegenwärtigen Zustand: "In Berlin ist jetzt eine Ausstellung in Szene gesetzt, die sehr wohlgemeint ist, die aber nahezu ein Skandal ist. Von historischem, künstlerischem und überhaupt ästhetischem Standpunkt aus angesehen, ist die Ausstellung ein bloßer Raritätenladen, zum Teil ein bloßes Jahrmarktschaos". Er beschäftigte sich auch mit den vorgeschichtlichen Hinterlassenschaften des Erdreiches. Diese bildeten häufig den Ausgangspunkt regionalgeschichtlich bedeutsamer Sammlungen, zu denen auch die archäologische Sammlung des Landkreises Havelland gehört, die in diesem Raum exemplarisch für "Sammler und Sammlungen" des 19. Jahrhunderts steht. Fontanes posthumen Schriften sind Untersuchungen zu havelländischen Wallanlagen zu entnehmen. Die dort u.a. angetroffenen Fundstücke wurden häufig von örtlichen Honoratioren gesammelt. Sie stellten auch die Frage nach der Herkunft der Altertümer: Waren sie "Deutsch" oder "Wendisch"? In seinem Roman "Vor dem Sturm" wird das deutlich.

e: Schlosspark Ribbeck vor 1945
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f: Stele für Außenexponate im Park
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Die Parkanlage mit ihrer barockisierenden Struktur nach 1893 ist als Anmutung mit Bosquetten und durch das Wegesystem wiederhergestellt worden. Gängigen Traditionen der Gartenbaukunst folgend, wurden auch hier einige wenige, dem Bestand und dem Raum angepasste Plastiken integriert. Sie sollen Akzente setzen, die Stätte jedoch nicht beherrschen. In einem Wettbewerb havelländischer Künstler wurden 2008 zwei Kunstobjekte gesucht, die den Zusammenhang "Havelland" - "Fontane" - "Ribbeck" künstlerisch visualisieren sollten. Gewinner waren die 3 - figurige Skulpturengruppe "Die Havel" - Eine allegorische, d. h. sinnbildlich-materielle Darstellung des Stromes, die für den Landkreis Havelland Identifikationswert über Fontane und Ribbeck hinaus hat (Spielskulpturen Knuth Seim, Garlitz). Sowie zwei Spiegelvasen mit dem Titel: "Wer immer dasselbe sieht, sieht nichts" - Vasen als typische Schmuckelemente von Parkanlagen, wobei die spiegelnden Oberflächen die Umgebung und deren Veränderungen für den Besucher erlebbar machen (Atelier Havelblick Roland Eckelt, Strodehne).

 

Um die Exponate des Museums in ihrem örtlichen Kontext zu präsentieren, erläutern Stelen im Park  verlorene Nebengebäude und Baubefunde. Zu diesen gehören Grundriss und Modell des Gründungssteines des ehemaligen Treibhauses, Verweise auf das ehemalige südliche und nördliche Nebengebäude sowie die abgebrochene Kutschauffahrt an der östlichen Schlossseite.

 

Als drittes Erlebniselement spannt sich in einem weiten Bogen im hinteren Teil des Schlossparks der "Deutsche Birnengarten"; Stiftungen aller 16 deutschen Bundesländer. Die Bäume tragen so klangvolle und bekannte Namen wie "Stuttgarter Geißhirtle" oder "Willliams Christ". Ausgehend von der Erkenntnis, dass die Ballade Theodor Fontanes, "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" deutschlandweit einen überaus hohen Bekanntheitsgrad genießt, war diese Idee ersonnen worden von Werner Bader, Journalist und Buchautor, Görne

g: Flur
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2.) Wechselausstellungen

Das Museum im Schloss Ribbeck ist in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht und verfügt daher nur über ein begrenztes, kaum veränderliches Raumangebot. Wechselausstellungen sind insofern nur in begrenztem Maße und nur mit Zustimmung und nach Maßgaben der Kreisverwaltung Havelland möglich. Interessenten wenden sich bitte an die Untere Denkmalschutzbehörde / Projektleitung Museum Schloss Ribbeck, Herr Dr. Wanke, ulrich.wanke@havelland.de

 

 

Das M e r k b l a t t  f ü r  W e c h s e l a u s s t e l l u n g e n

und die R a u m b u c h b l ä t t e r  können von hier heruntergeladen werden:

 

1.Merkblatt

2.Museumsgrundriss Sept. 2013

3.Raumbuchblatt 110

4.Raumbuchblatt 111

5.Raumbuchblatt 112

6.Raumbuchblatt Blauer Salon

 

 

 

 

 

                                  

 

 

 

 

*Bildunterschriften:

a:  Denkmalsanierung und Museumskonzept

b:  Raum  Baugeschichte

c:  Gründerzeitzimmer

d:  Raum Havelländische Altertümer

e:  Schlosspark Ribbeck vor 1945

f:   Stele für Außenexponate im Park

g:  Flur