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Nauen, Altstadt

 
Es werden 6  aktuelle Fotos von ausgewählten denkmalpflegerisch bedeutsamen Straßenzügen und Gebäuden von Nauen. gezeigt
1. Mittelstraße, Westseite
2. Mittelstraße, Pflaster u. Ostseite
3. Bergstraße 16 u. 15
4. Holzmarkstraße 21
5. Mittelstr. 12-16
6. Marktstraße 24

Denkmalbereich Altstadt Nauen

 

Zu den Besonderheiten der Nauener  Altstadt gehört insbesondere die Tatsache, dass sie von Zerstörungen während des II. Welkrieges verschont wurde und die Gebäude der einstigen Ackerbürger-Stadt davon unbeschadet erhalten blieben. 

So bewogen diese neben anderen nachfolgend erörterten Gründen die Stadtverordneten im Oktober 1994, die Denkmalbereichssatzung Nauen zu beschließen und ortsüblich  im Amtsblatt bekanntmachen zu lassen.

 

 

Danach  umfasst der sachliche Geltungsbereich mehr als den Schutz der Gebäude wie bei den Einzeldenkmalen.

Zum Schutzgut gehören auch der historische Siedlungsgrundriss, das Erscheinungsbild der Altstadt, die Gestaltung der vorhandenen baulichen Anlagen, die Gestaltung und Befestigung der Straßen und Wege sowie die Befestigungen und Bepflanzungen.

So wurde z.B. die Mittelstraße mit denkmalpflegerischer Begleitung  in 15 Monaten Bauzeit zur Hauptgeschäftsstraße von Nauen um- und neugestaltet. Die feierliche Übergabe fand am 29.10.2004 statt. Brandenburgs Verkehrsminister Szymanski, der Landrat Dr. Schröder, der Bügermeister, Herr Fleischmann und die Botenfrau, Frau Wesche,  zerschnitten gemeinsam das rote Band, wie auch die Medien berichtet hatten.

 

Die Gebäude am Rande der  Bergstraße  Nummer 15  und  Nummer 16 markieren ein städtebaulich besonders interessantes  Areal des Altstadtkernes auf der höchsten Erhebung im Luchgebiet mit damals günstigen Bedingungen für erste Siedler.

Auch verlaufen die östliche Markt- die westliche Bader-, die Mark- und die nördliche Mittelstraße fast kreisförmig um diese Erhebung herum. Außerdem sind um den Altstadtkern auch die anderen Straßen nahezu konzentrisch angelegt entsprechend den früher vorhandenen Stadtbefestigungen.

Das spricht für eine von der Bergstraße ausgehende Erstbesiedlung.

Neben der Unterschutzstellung als Denkmalbereich  ist der  mittelalterlich-historische  Stadtkern auch als Bodenenkmal  infolge des einst vorhandenen Graben- Mauer- und Wallsystems geschützt.

 

 

Der örtliche Geltungsbereich der denkmalbereichs-geschützten Altstadt  wird begrenzt  durch die Parkstraße und  die Gartenstraße im Norden, die Gartenstraße im Osten, die Hamburger  Straße, die Berliner Straße und die Gartenstraße im Süden und durch den Scheunenweg im Westen.

Die Gebäude aus der Zeit der anfänglichen Besiedlung  wurden in der ganzen  damaligen Stadt durch den ersten großen Stadtbrand von 1695 vernichtet.

Deswegen stammt die Wohnbebauuung im heutigen Altstadtkern aus der Zeit nach 1695.  Sofern die bauzeitliche Datierung nicht anders ermittelt werden kann, wird die Bauzeit durch Altersbestimmung der verwendeten Hölzer bestimmt.

Hier wurden vor allem zweigeschossige traufständige Fachwerkhäuser in Stockwerkbauweise mit zunächst unausgebauten  Satteldächern  und teilweise auch zwei nebeneinanderliegenden Eingangstüren in einem Haus errichtet.

 

Holzmarktstraße  21

Dieses als Einzeldenkmal  geschützte  und sanierte Haus  im Alstadtkern bildet den Nordteil des Blockes zwischen Holzmarkt-, Mittel-und Bergstraße. Es ist eines der größten und aufwendigsten Fachwerkgebäude in der Stadt Nauen mit einer ungewöhnlich stattlichen Erscheinung.  Bei dem Haus handelt es sich um einen zweigeschossigen, dreiflügligen Fachwerkbau mit Mansardddach in Stockwerkbauweise.

In dem  an der Holzmarkt- und Mittelstraße gelegenen Hauptteil  waren insbesondere die Bäckerei sowie weitere Wohn- und Wirtschaftsräume angeordnet. Auf der rechten Seite befindet sich eine Tordurchfahrt zum Hof  mit zweiflügligem Holztor mit Türdurchgang.

Der Gebäudeteil an der Holzmarktstraße wurde als nicht unterkellertes Lagergebäude errichtet. 
Die insgesamt denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes beinhaltete auch im  Ober- und Dachgeschoss eine teilweise Rekonstruktion der von der Bergstraße aus sichtbaren Krananlage zum Lastentransport.

Vor dem Gebäude befindet sich in der Holzmarktstraße eine inzwischen ebenfalls erneuerte platzartige Erweiterung, auf der wahrscheinlich mit Hölzern gehandelt wurde. Dennoch gibt es keine Hinweise darauf, dass sich  hier  wie auch im übrigen Stadtgebiet ein wie in anderen Orten üblicher Markt  in Form einer Platz-Situation befand.

 

Die Wohnbebauuung der Nauener Neustadt  entstand zwischen 1705 und 1718 bzw, nach dem 2. großen  Stadtbrand von 1765 an der neuen "Ringstraße" auf dem Wall "Mauerstraße, Gebhard-Eckler-Straße, Wallstraße , Lazarettstraße und der Neuen Straße. Insbesondere an den Hauptgeschäftsstraßen des Altstadtkerns Marktstraße und Mittelstraße wurden die öffentlichen Gebäude, größere Wohngebäude  und Geschäftshäuser  in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. und im frühen 20. Jh. errichtet.

An den besonders für repäsentative Zwecke ausgestalteten Gebäuden befinden sich häufig  schon von weitem gut sichtbare Erker, die in die  Straßenflucht hineinragen.

 

Mittelstraße 12/ 16 :

 

Dieses Gebäude ist mit seinen Türmchen und Giebeln an der Biegung der Mittelstraße schon von weitem zu erkennen.  Es ist ein fünfflügliges Wohn- und Geschäftshaus  von 1905 um einen  Innenhof an der Mittelstraße/ Ecke Martin-Luther-Platz. Die Ecke des Gebäudes ist an der Seite zum Martin-Luther-Platz abgeschrägt und mit Zierfachwerk, Ziegelgefachen  und einem eigenen spitzen Satteldach versehen.

Die Straßenecke ist abgeflacht im oberen Geschoss als 4 geschossiger polygonaler Turm mit Glockendach.

 

Die Putz-Fassaden des Historismus sind zumeist reich strukturiert  und dekoriert. Die vielfältigen Elemente und Schmuckformen  sind den Vorbildern vergangener Jahrhunderte nachgestaltet, wie z.B. gotisierende Fenster,  Blendbögen und Giebel. Es gibt auch barockisierende Strukturen  z.B. als geschwungene Fensterbekrönungen oder auch klassizistisch erscheinende Fenster, z.B. Dreieck- oder Segmentgiebelbkrönung  oder horizontalen Verdachungen.

 

St.-Jacobi-Kirche

Die St.-Jacobi-Kirche  am Martin-Luther-Platz ist das älteste Bauwerk der Stadt, weil es teilweise noch aus dem Kirchenbau  mit erster Erwähnung von 1292 besteht.  Der  einzigste Hinweis auf eine frühe Datierung des Kernbaus ist das Westportal im Turm in Mauervorlage.  

Seit dem ersten großen Stadtbrand von 1695 wurde die Kirche mehrmals umgebaut. 

 Die St.-Jacobi-Kirche dominiert das Erscheinungsbild der Stadt insbesondere durch  den Turm mit  seiner barocken Bekrönung.

Sie besitzt ein dreischiffiges Langhaus aus fünf Jochen und einem fünfseitig geschlossenen Umgangschor.  Der geschweifte Turmaufsatz  mit Laterne stammt aus dem Jahr 1742.

Eine letztmalige Veränderung des Erscheinungsbildes erfolgte im Jahr 1873/74 mit einer Regotisierung der Fenster und Portale.

 

Neben der erwähnten Satzung für den Denkmalbereich Nauen gibt es auch eine "Satzung der  Stadt  Nauen über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Altstadt Nauen". Deswegen ist es für Bauherren aus der Altstadt zweckmäßig, einen kombinierten Antrag zum Erhalt einer Denkmalrechtlichen Erlaubnis und einer Sanierungsgenehmigung zu verwenden.

Die Verfahrensweise  durch Stadt und Landkreis bei der altstädtischen Sanierung besteht darin, daß wesentliche Vorhaben des Bauherren mit dem Treuhänderischen Sanierungsträger Stadtkontor, der  Stadtverwaltung, Fachbereich Bau, und der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Havelland abgestimmt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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