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Gründung des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt

25.11.2011

Der Internationale Gedenktag "Nein zu Gewalt an Frauen" wird jedes Jahr am 25. November begangen. Aus diesem Anlass werden vor öffentlichen Gebäuden, darunter vor dem Landratsgebäude in Rathenow am Platz der Freiheit 1, die Fahnen der Terre des Femmes-Aktion "frei leben - ohne Gewalt" gehisst.

Am diesjährigen Gedenktag haben die Gleichstellungsbeauftragten im Havelland gemeinsam mit Catrin Seeger, der Leiterin des Beratungs- und Krisenzentrums für Frauen, die Gründung eines Runden Tisches Häusliche Gewalt im Havelland initiiert. Dieser ist als Arbeitskreis sowie als Vernetzungs- und Unterstützungsplattform für Fachkräfte gedacht, die in ihrer Arbeit mit dem Thema Häusliche Gewalt in Berührung kommen.

Auf dem ersten Treffen wurden Hintergründe, Konzepte und Ideen für den Runden Tisch vorgestellt und die künftige Arbeitsweise abgestimmt. Ein zweiter Termin fand am 21. März 2012 in Nauen statt und das nächste Treffen ist am 12. September 2012 geplant. Bei Interesse an der Teilnahme schreiben Sie bitte an: gleichstellung@havelland.de

Aktion "Gewalt kommt uns nicht in die Tüte"

25.11.2010 In den Brandenburger Landkreisen Havelland und Oberhavel wird anlässlich des Internationalen Gedenktages "Nein zu Gewalt an Frauen" eine Gemeinschaftsaktion des Beratungs- und Krisenzentrums des Unabhängigen Frauenvereins e.V. in Rathenow, der Gleichstellungsbeauftragten in den Landkreisen sowie des Apothekerverbandes Brandenburg e.V. gestartet. Ab dem 25. November 2010 werden in beiden Landkreisen insgesamt 50.000 Tüten mit der Aufschrift "Gewalt kommt uns nicht in die Tüte" mit den Telefonnummern der Frauenhäuser und Frauen-beratungsstellen sowie der Gleichstellungsbeauftragten über die Ladentische der Apotheken gehen, die Mitglieder im Apothekerverband Brandenburg e.V. sind.

Noch immer ist Gewalt an Frauen und Mädchen weltweit an der Tagesordnung. Jede dritte Frau auf der Erde hat nach Schätzungen von amnesty international schon einmal eine schlimme Gewalterfahrung gemacht. Damit ist mindestens ein Sechstel der Weltbevölkerung Opfer von Menschenrechtsverletzungen geworden. Die häusliche Gewalt gegen Frauen ist die am weitesten verbreitete Gewaltform überhaupt und bleibt auch in Deutschland noch zu oft unbemerkt, weil sie hinter verschlossenen Türen stattfindet. Familie verbinden wir mit Geborgenheit und Sicherheit. Was aber ist, wenn Frauen und Kinder dort, wo sie sich sicher und geliebt fühlen sollten, brutalste Gewalt erleben?

Dieses Problem darf nicht verharmlost und als private Familienangelegenheit gesehen werden. Bei akuter Bedrohung ist es am besten, im Frauenhaus Zuflucht zu suchen. Das ist eine geschützte, vorübergehende Wohnmöglichkeit für Frauen jeder Nationalität mit und ohne Kinder. Dort werden Frauen auch umfassend beraten. Sie können zu jeder Tages- und Nachtzeit aufgenommen werden. Die Adressen der Frauenhäuser sind geheim. Männer haben keinen Zutritt.

Im Frauenhaus in Rathenow mussten im Jahr 2009 35 Frauen mit insgesamt 28 Kindern Zuflucht suchen. 23 dieser Frauen kamen aus dem Havelland. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Frauenhaus liegt bei 44 Tagen. Betreiber des Frauenhauses ist das Beratungs- und Krisenzentrum des Unabhängigen Frauenvereins e.V. in Rathenow. Zu den Aufgaben der Mitarbeiterinnen gehört auch die externe Beratung. Im Jahr 2009 wurden 127 Frauen sowie deren Bezugspersonen in 278 Gesprächen extern beraten. Auch die seit Beginn dieses Jahres in Falkensee angebotene Sprechstunde (jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat 10-16 Uhr) wird viel in Anspruch genommen.

Mit der Gemeinschaftsinitiative "Gewalt kommt uns nicht in die Tüte", bei der entsprechend bedruckte Tüten in den Apotheken ausgegeben werden, soll das Thema "Gewalt gegen Frauen" nach Hause gebracht werden – eben dorthin, wo Gewalt hauptsächlich entsteht. Wir sind überzeugt, dass es möglich ist, Gewalttaten vorzubeugen, wenn sich möglichst viele Menschen mit dem Thema beschäftigen und einen wachsamen Blick auf ihr Umfeld haben. Auf den Tüten stehen die Telefonnummern der Frauenhäuser und Beratungsstellen sowie der Gleichstellungsbeauftragten in den beiden Landkreisen, um so betroffenen Frauen die Möglichkeit zu geben, sich Hilfe zu suchen.

Die Aktion wurde gemeinsam vom Unabhängigen Frauenverein e.V. und der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Havelland initiiert und sie wird unterstützt vom Apothekerverband Brandenburg e.V. sowie dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg.

Gleichzeitig werden am 25. November vor den Rathäusern der Städte Falkensee, Rathenow, Nauen sowie vor der Kreisverwaltung in Rathenow die Terre des Femmes-Flaggen "Frei leben - ohne Gewalt" gehisst.

Kontakte:

Landkreis Havelland, Stephanie Reisinger Gleichstellungsbeauftragte, Tel: 03385/551 1388, E-Mail: stephanie.reisinger@havelland.de

Unabhängiger Frauenverein e.V. Rathenow, Catrin Seeger, Tel. 03385 503615, E-Mail: frauenverein-rn@arcor.de

Stadt Rathenow, Petra Herbrig, Gleichstellungsbeauftragte, Tel. 0 3385 596-160, E-Mail: soziales@stadt-rathenow.de

Stadt Falkensee, Manuela Dörnenburg, Gleichstellungsbeauftragte, Tel.: 03322 281119, E-Mail: manuela.doernenburg@falkensee.net

Apothekerverband Brandenburg, Michael Klauß, Geschäftsführer, Tel: 0331/888 650, E-Mail: klauss@avb-brb.de