Arbeit & Leben
Wirtschaft & Verkehr
Umwelt & Landwirtschaft

Gesundes Havelland

Gesundheitsförderung und Prävention im Landkreis Havelland

Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.  (Ottawa-Charta, WHO 1986)

Die Gesundheit der BewohnerInnen in unserem Landkreis ist von zahlreichen Einflussfaktoren abhängig. Dazu gehören ökonomische und soziale Sicherheit, Bildung, Arbeitsbedingungen sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen. Ebenso wirken sich unterschiedliche Lebensstile und die Umwelt auf die Gesundheit aus. Die Gesundheit der gesamten Gesellschaft wird mit einer solchen Betrachtungsweise eine Querschnittssaufgabe aller Politikfelder. Dieses breite Verständnis von Gesundheit vertritt das Konzept „Health in All Policies“, mit dem wir im Projekt arbeiten: Gesundheit sollte in allen Bereichen öffentlichen Handelns eine Rolle spielen und gefördert werden. Über ihre Lebenswelten werden direkt ganze Bevölkerungsgruppen angesprochen und nicht nur einzelne Personen.

Menschen zu ermöglichen, ihre Lebenswelten gesundheitsförderlich zu gestalten und damit lebenswert zu machen, ist Aufgabe der Kommunen. Deshalb arbeiten wir im Projekt mit partizipativen Ansätzen und Methoden, die es den HavelländerInnen ermöglichen, ihre Interessen und Bedürfnisse in diesen gestalterischen Prozess für mehr Lebensqualität und Gesundheit bei uns im Landkreis einzubringen. Mit Mitteln aus dem GKV-Bündnis für Gesundheit (Link zur Förderprogramm-GKV-Seite) fördern die gesetzlichen Krankenkassen die Umsetzung der Gesundheitsförderung und Prävention in den kommunalen Lebenswelten. Für eine solche fünfjährige Förderung hat sich der Landkreis Havelland erfolgreich beworben und 2020 den Zuschlag erhalten.

Wichtiges Instrument für die Umsetzung ist die Einrichtung einer Koordinierungsstelle im Gesundheitsamt, die mit Frau Jahns als Präventionsbeauftragter seit 01.04.2021 besetzt ist. Ihre Aufgaben sind:

  • Bedarfs- und Bedürfnisanalyse unter Beteiligung der BewohnerInnen des Landkreises
  • Vernetzung mit landkreisinternen und -externen Akteuren
  • Etablierung einer regelmäßigen Präventions-, Gesundheits- und So­zialberichterstattung, die systematisch die bestehenden und aufzu­bauenden Strukturen, Prozesse und die Effekte der Gesundheitsför­derung und Prävention im Landkreis Havelland beleuchtet
  • Entwicklung, Koordinierung und Leitung von Arbeitskreisen sowie der Lenkungsgruppe „Prävention“ im Landkreis
  • regelmäßiges Einberufen von partizipativen Präventionskonferenzen
  • Unterstützung der Arbeit des Präventionsbeirates

Für eine erfolgreiche Durchführung und Nachhaltigkeit sollen zunächst drei Modellkommunen ausgewählt werden, in denen das Vorgehen erprobt wird.  Es werden die im Landkreis Havelland bestehenden Angebote, Partnerschaften und Netzwerke ermittelt und anschließend mögliche Unterstützungsangebote auf kommunaler Ebene entwickelt und über Lebensphasen und Lebenslagen hinweg aufeinander abgestimmt. Damit soll eine Unter- bzw. Überversorgung in den Kommunen des Landkreises identifiziert werden sowie eine Vermeidung von Doppelstrukturen. Außerdem ist es wichtig, dass die Expertise der EinwohnerInnen des Landkreises sowie der MitgliederInnen der einzurichtenden Unterstützungsgremien (Lenkungsgruppe „Prävention“, Präventionskonferenz, Präventionsbeirat) mit einbezogen wird, denn die Beteiligung vor Ort trägt dazu bei, sich an den Bedarfen und Bedürfnissen zu orientieren und die Bereitschaft zur Nutzung der Angebote zu verbessern. Für den Austausch mit den Zielgruppen des Projektes sollen Routinen entwickelt werden, die eine gute Öffentlichkeitsarbeit und erfolgreiche Instrumente zur Bürgerbeteiligung realisieren.

Eine zusätzliche Förderung bietet der GKV-Spitzenverband mit der 1b-Zuwendung (Link zur GKV-Seite) bei der Entwicklung und Umsetzung zielgruppenspezifischer, gesundheitsfördernder Interventionen. Eine erste Projektförderung ist im Landkreis Havelland im sozialpsychiatrischen Dienst angesiedelt mit der Zielgruppe „Kinder psychisch kranker Eltern“. Der Bedarf war im Rahmen einer gemeinsamen Konferenz der frühen Hilfen und des Netzwerkes gesunder Kinder zutage getreten.