Polderflächen werden vorerst nicht geflutet

07.04.2006 - Polderflächen werden vorerst nicht geflutet
Auf der gestrigen Sitzung der Sondereinsatzleitung Quitzöbel in Magdeburg haben die Vertreter der betroffenen Länder Sachsen Anhalt und Brandenburg einstimmig beschlossen, die Poldergebiete im Havelland vorerst nicht zu fluten. Diese Auffassung teilte gestern auch Minister Dietmar Woidke, der sich vor Ort über die Lage informiert hatte.
Die derzeitigen Prognosen sagen, dass die Wasserstände in Elbe und Havel in der nächsten Woche annähend gleich bleiben. Eine Polderöffnung würde eine Verringerung um lediglich 5 cm in der Höhe für die Elbe bringen. Diese 5 cm bedeuten ca. 250 Mio. m³ Wasser, das auf die Poldergebiete abfließen könnte und damit wären die Aufnahmekapazitäten erschöpft.  Für eine wirkliche Entlastung der Elbe wäre jedoch ein Absenken von 10 – 40 cm nötig und diese Aufnahmekapazität geben die havelländischen Poldergebiete nicht her.
Trotz dieser positiven Nachricht, bleibt das Havelland in Bereitschaft.
Gestern wurde auf Empfehlung des Landesumweltamtes Brandenburg für die Gebiete der Havel unterhalb der Schleuse Grütz, das Rhingebiet bis zum Wehr Dreetz, das Dossegebiet bis zum Wehr Friedrichsbruch und Alte Jägelitz bis zum Wehr Koppenbrück die Alarmstufe III ausgerufen. Die Alarmstufe I am Pegel Rathenow, Hauptschleuse, bleibt weiterhin bestehen. Der Kontrolldienst an den Deichen und wasserwirtschaftlichen Anlagen wird durch die Mitarbeiter des Landesumweltamtes und des Amtes Rhinow fortgeführt. Es wird darauf hingewiesen, dass das Befahren und auch Betreten der Deiche verboten ist. Auch die zu einem früheren Zeitpunkt erteilten Genehmigungen zum Befahren der Deiche sind bei Alarmstufe 3 außer Kraft gesetzt.
Der Landkreis hält weiterhin schweres Gerät für die Deichdurchbrüche in Bereitschaft und es liegen 55 000 Säcke zum Abdichten bereit. Gestern waren Mitarbeiter vor Ort und haben die Lage der Deichdurchbrüche festgelegt.  Es sind 3 Stellen im Landkreis Havellanddafür vorgesehen: nördlich von Parey; nördliches Ufer des Gülper Sees und an der Dosse -nördlich der Scheunstelle. „Da die Pegelstände für Elbe und Havel z.Z. gleich bleibend sind, haben wir die Hoffnung, dass das Ausmaß der Überschwemmung sich in Grenzen halten wird. Wir sind vorbereitet aber auch einfach mal optimistisch“ so Krisenstabsleiter Dr. Henning Kellner.