Grundsätzlich sind alle Garten- und Küchenabfälle, die in privaten Haushalten anfallen, dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE) zu überlassen.
Ausgenommen sind diejenigen Abfälle, die Gartenbesitzer mit Hilfe der Eigenkompostierung auf ihren eigenen Grundstücken verwerten.
Ungeeignete Materialien gehören in die Biotonne
Kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzen, egal ob aus dem Garten oder dem Haus, sollten möglichst nicht im Hausgarten eigenkompostiert werden.
Tierische Schädlinge wie Läuse, Thripse, Rote Spinnen oder Fliegenmaden sterben im Kompost nur unter sehr hohen Temperaturen ab. Ebenso Pilze und
deren Sporen, wie z. B. Echter Mehltau an Gurke und Kürbis, Falscher Mehltau an Kopfsalat oder Spinat, Rost an Geranien oder Sternrußtau an Rosen, werden bei der Kompostierung im Hausgarten nicht hinreichend zerstört.
▸ Kohlpflanzen mit Kohlherniebefall
▸ Tomaten und Kartoffeln mit Kraut- und Knollenfäule
▸ Abgestorbene Äste mit Rotpustelpilzbefall
▸ Zweige von Apfel, Birne, Cotoneaster, aber auch
▸ Weißdorn, Rotdorn, Eberesche u. a. mit Feuerbrandbefall
▸ Knollen- und Zwiebelpflanzen mit Weichfäule
▸ während der Vegetation durch Welkkrankheiten schnell und plötzlich
abgestorbene Pflanzen wie Astern, Erdbeeren, Tomate
▸ Himbeeren mit Rutenkrankheit
▸ Kranke Pflanzen sowie Gartenabfälle mit Erkrankungen
gehören am besten in die Biotonne.
Küchenreste gehören in die Biotonne, denn niemand möchte freiwillig Schadnager auf dem Grundstück züchten.
Die getrennte Erfassung von Bioabfällen beträgt im Landkreis Havelland ca. 7.500 Tonnen. Darüber hinaus wird von einer Vielzahl von Eigenkompostierern überwiegend Grün- und Gartenabfall kompostiert und wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt.
Etwa 20.000 Mg / a fallen durch Eigenkompostierung vor allem aus Abfällen aus dem Garten an. Seit der Einführung der Biotonne im Landkreis Havelland im Jahr 2016 nimmt der Anteil des Biogutes in der Restmülltonne, knapp 50% in besagtem Jahr hin zu 30 % im Jahr 2025, stetig ab.
Allerdings beschränkt sich die Eigenkompostierung vor allem auf Abfälle aus dem Garten; pflanzliche und insbesondere tierische Küchen- und Speiseabfälle spielen eher eine ungeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund ist das Bioabfallpotenzial im Restmüll bei den Eigenkompostierern in der Regel deutlich größer als bei den Biotonnen-Nutzern. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass im Restmüll ca. 35% Bioabfälle verbleiben.