Bereits 2013 hat der Landkreis Havelland ein eigenes Klimaschutzkonzept zur Erreichung seiner strategischen Energie- und Klimaschutzziele erarbeitet. Einige darin vorgesehene Maßnahmen wurden seitdem von den Klimaschutzmanagern zusammen mit der Verwaltung und unterschiedlichsten Akteuren im Havelland erfolgreich umgesetzt. Diese wurden 2019 in einem Zwischenbericht festgehalten.
2020/2021 wurde das Klimaschutzkonzept evaluiert und fortgeschrieben - siehe aktuelles Klimaschutzkonzept.
Dabei erstellte man eine Energie- und Treibhausgasbilanz für den Landkreis sowie eine Potenzialanalyse für die kreiseigenen Liegenschaften und evaluierte den Umsetzungsstand der Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept von 2013. Darauf aufbauend wurden die Klimaschutzziele konkretisiert und in einem partizipativen Prozess Handlungsfelder und Maßnahmen abgeleitet.
Der Landkreis Havelland möchte ausgehend vom Basisjahr 2011 bis zum Jahr 2030 folgende Mindestziele erreichen:
Währen der Landkreis durch die Windkraft beim Strom-Mix bereits recht gut aufgestellt ist, muss der Fokus verstärkt auf die Dekarbonisierung des Verkehr- und Wärmesektors gelegt werden. Auch um dies besser abzubilden, wurden im neuen Klimaschutzkonzept weitere, zum Teil ambitioniertere Ziele gegenüber 2014 formuliert, die erstrebenswert sind (siehe Abbildung).
Im Rahmen der Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts wurden sechs Handlungsfelder definiert, in deren Rahmen Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Zentral bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts ist der Maßnahmenkatalog im Klimaschutzkonzept (siehe Anhang 2 ab S. 86). Dieser umfasst 37 Maßnahmen in den sechs Handlungsfeldern, die sukzessive umgesetzt werden sollen. Langfristig sollen so die Klimaschutzziele 2030 des Landkreises erreicht werden.
Klimaschutz ist eine Gemeinschafts- und Querschnittsaufgabe, die jeden Akteur im Havelland betrifft. Der Landkreis hat sich mit dem Klimaschutzkonzept vorgenommen, als gutes Vorbild voranzugehen und die eigenen Liegenschaften, Fahrzeugflotten und die Beschaffung der Verwaltung so schnell wie möglich klimafreundlich zu gestalten. Alleine aber kann er nur bedingt etwas bewirken. Deswegen ist das neue Klimaschutzkonzept ein Aufruf und eine Ermutigung an alle Akteursgruppen, Einrichtungen und Bürger im Landkreis zum Mitmachen! Der Landkreis möchte dabei unterstützen und im Rahmen des Klimaschutzkonzepts maßgeschneiderte Maßnahmen, Anregungen und Angebote schaffen - etwa durch Beratung, Netzwerkarbeit, Projektinitiierung/-koordination, Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung.
Das Klimaschutzmanagement des Landkreises freut sich auch über neue Ideen, Initiativen und Vorschläge – sprechen Sie uns gern dazu an!
In der Aula des Oberstufenzentrums Nauen fand am 18.11.2025 die Klimaschutz-Halbzeitkonferenz des Landkreises Havelland statt. Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um den bisherigen Fortschritt des Integrierten Klimaschutzkonzeptes zu beleuchten und gemeinsam Impulse für die zweite Umsetzungsphase zu setzen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Michael Koch, Beigeordnetem und Umweltdezernenten des Landkreises. In seinem Grußwort betonte er die Verantwortung der kommunalen Ebene: „Klimaschutz gelingt nur dort, wo er im Alltag der Menschen sichtbar und erlebbar wird. Wir als Landkreis haben die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Fortschritt ermöglichen – und zugleich müssen wir zeigen, dass Klimaschutz und Lebensqualität Hand in Hand gehen können. Die Halbzeitbilanz zeigt: Wir sind auf einem guten Weg, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen.“
Im Anschluss stellten Juliane Zellmer, Klimaschutzmanagerin, und Eva Koletnik, Sachbearbeiterin Klimaschutz, den aktuellen Umsetzungsstand des Integrierten Klimaschutzkonzeptes vor. Von insgesamt 37 Maßnahmen sind 73 Prozent bereits in Bearbeitung – ein Ergebnis, das die Verantwortlichen als deutliches Zeichen für die wachsende Dynamik im Landkreis bewerten. Zu den wichtigsten Fortschritten zählen energetische Modernisierungen an Schulen und Verwaltungsgebäuden, der Ausbau der Photovoltaik – insbesondere über Förderprogramme für Bürgerinnen und Bürger –, vielfältige Umweltbildungsprojekte wie Baumpflanz- oder Müllsammelaktionen sowie neue Mobilitätsangebote, etwa durch eine wachsende E-Fahrzeugflotte und zusätzliche Ladeinfrastruktur im gesamten Landkreis.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Vorstellung der aktuellen Treibhausgasbilanz 2024. Sie zeigt deutliche Entwicklungen in den Sektoren Verkehr und private Haushalte und macht zugleich klar, dass zusätzliche Anstrengungen nötig sind, um die gesetzten Klimaziele in den kommenden Jahren zu erreichen.
Das anschließende Fachprogramm bot Beiträge externer Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis. Präsentiert wurden unter anderem Ansätze zur Elektromobilität am Arbeitsplatz und in Kommunen, zum seriellen Sanieren sowie zu Hitzeschutzmaßnahmen in Brandenburg. Alle Vorträge verdeutlichten, wie Kommunen, Unternehmen und Bevölkerung Klimaschutz und Klimaanpassung effektiv im Alltag verankern können.
Für den Landkreis sei die Halbzeitkonferenz vor allem der Startpunkt für die nächste Etappe, betonten Zellmer und Koletnik: „Wir möchten gemeinsam die zweite Umsetzungsphase nutzen, um Projekte weiter voranzubringen – von Energieeffizienz über nachhaltige Mobilität bis hin zu Umweltbildungsprojekten.“