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Tag der Archive

Informationen

Anlässlich des bundesweiten Tags der Archive laden das Kreisarchiv Havelland das Stadtarchiv Rathenow, das Stadtarchiv Falkensee und das Gemeindearchiv Brieselang am 07. März 2026 (von 13:00 bis 17:00 Uhr) zu einer gemeinsamen Veranstaltung ein. Die Vorträge beleuchten historische und persönliche Perspektiven von Zugehörigkeit, Migration und Ankommen im Havelland. Ergänzt wird das Programm durch die Präsentationen regionaler Heimatvereine, die Ihre Arbeit vorstellen.

Der Eintritt ist frei.

Es erwarten Sie spannende Vorträge:

  • Brandenburgische Genealogische Gesellschaft "Roter Adler" e. V., Dr. Treutler: Ist das Wandern wirklich des Müllers Lust? Unstete Berufe als Ausdruck mobiler Traditionslinien.
  • Dipl. Ing. Roland Stock: Vom Neuanfang der Flüchtlinge 1945 zur neuen Heimat

Vereine vor Ort:

Heimatverein Friesack, Heimatverein Ketzin, Heimatbund Rathenow, Nauener Heimatfreunde

Außerdem gibt es Archivführungen durch das Kreisarchiv Havelland.

 

Veranstaltungsort:

OSZ Havelland - Mensa
Berliner Allee 6, 14662 Friesack

 

 

 

Ankommen in der Fremde

Ein Blick in die Archivalien des Kreisarchivs

Zwischen 1945 und 1950 erreichten zahlreiche Flüchtlinge unsere Region. Die Listen dokumentieren ihre Ankunft - Name für Name.
Hinter jedem Eintrag steht eine Geschichte von Verlust und Neubeginn.

Die Flüchtlingslisten sind Verwaltungsdokumente, nüchtern und sachlich geführt. Doch hinter jedem Namen verbirgt sich eine persönliche Geschichte.
Familien wurden getrennt, Höfe und Häuser zurückgelassen.
Im Havelland mussten Ankommende bei Einheimischen untergebracht werden, häufig in ohnehin knappen Wohnverhältnissen.

 

 

 

 

Im Herbst 1947 rief die Landesregierung Brandenburg zur "Umsiedlerwoche" auf. Vom 26. Oktober bis 02. November sollten Bürgerinnen und Bürger Möbel und Hausrat für Umsiedler und Ausgebombte spenden.
Millionen Menschen hatten nach dem 2. Weltkrieg ihre Heimat, ihr Eigentum und ihre Existenzgrundlage verloren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Massenflucht vor den Kriegswirren, die Zerstörung ganzer Städte und die prekären Lebensumstände führten nicht nur zu physischen, sondern auch zu gesundheitlichen Gefährdungen.
Eine der gravierendsten Gesundheitsgefahren, die damals auftrat, war die Ausbreitung von Fleckfieber, einer durch Läuse übertragenen Krankheit. In diesem Zusammenhang spielten die sogenannten Entlausungsanstalten eine zentrale Rolle in der Bekämpfung dieser Epidemien.

Entlausungsanstalten wurden speziell eingerichtet, um dieses Problem zu bekämpfen. Sie dienten nicht nur der hygienischen Entlausung von Personen, sondern auch der Desinfektion von Kleidung und persönlichem Besitz. Der Prozess der Entlausung erfolgte in mehreren Schritten: Zuerst wurden die Menschen in spezielle Bäder geschickt, in denen sie mit Insektiziden behandelt wurden. Anschließend wurden ihre Kleider gewaschen, desinfiziert und oft in speziellen Kammern ausgedampft oder mit chemischen Mitteln behandelt, um die Läuse abzutöten.

In vielen Fällen waren Entlausungsanstalten in Flüchtlingslagern oder an Bahnhöfen und Übergangsstationen zu finden, wo sie für den Schutz der Gesundheit von Tausenden von Menschen zuständig waren.