Anlässlich des in diesem Jahr stattfindenden Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen fand am Bahnhofsvorplatz in Dallgow-Döberitz am 05. Mai eine Aktion statt, bei der Verwaltungsangestellte, Kommunalpolitikerinnen und -politiker sowie Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen wurden, auszuprobieren, wie es ist, sich mit einem Rollstuhl oder einem Rollator fortzubewegen. Veranstaltet wurde die Aktion vom Teilhabebeirat der Gemeinde.
Jutta Naumann, Vorsitzende des Beirats, fasst die Motivation für die Aktion wie folgt zusammen: „Mit der heutigen Aktion wollten wir kommunale Entscheidungsträger dafür sensibilisieren, wie es ist, durch physische Barrieren im Alltag eingeschränkt und an der Teilhabe am öffentlichen Leben gehindert zu werden. Es braucht deutlich mehr Verständnis dafür, wie es ist, mit einer Behinderung zu leben. Dabei dürfen wir nicht vergessen: Nicht alle Behinderungen sind sichtbar. Umso wichtiger ist mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.“
Die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Noemi Pietruszka, probierte aus, mit dem Rollstuhl über das Kopfsteinpflaster zu fahren: „Es war physisch unheimlich anspruchsvoll. Ich bin von der Idee der Aktion beeindruckt, weil sie sehr eindrücklich vermittelt, mit welchen Herausforderungen Menschen mit Behinderungen im Alltag konfrontiert sind. Es braucht deutlich mehr Ressourcen, um der Inklusion näherzukommen. An Menschen mit Behinderungen zu sparen, wie es auf Bundesebene vorgesehen ist, ist das falsche Signal. “
Darüber hinaus machte die Aktion deutlich, dass Inklusion nicht nur eine soziale Aufgabe, sondern ein grundlegendes Recht auf gleichberechtigte Teilhabe ist. Barrierefreiheit im öffentlichen Raum kommt dabei nicht nur Menschen mit Behinderungen zugute, sondern erleichtert auch älteren Menschen, Familien mit Kinderwagen oder Personen mit temporären Einschränkungen den Alltag. Die Mitglieder des Teilhabebeirats betonten, dass echte Inklusion nur gelingen kann, wenn Betroffene frühzeitig in Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Dazu gehören barrierefreie Wege, Gebäude und Verkehrsmittel ebenso wie ein respektvoller und sensibler Umgang miteinander.
Der Beirat bleibt weiterhin im konstruktiven Austausch mit der Gemeinde, um die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu verbessern.
Der Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen wurde bereits zum 35. Mal begangen.

