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Britt Marie war hier

Es ist niemals zu spät, ein neues Leben zu beginnen: Als ihre Ehe nach 40 Jahren zerbricht, räumt Britt-Marie mit über 60 Jahren nicht nur mit ihrem bisherigen Leben als biedere Ehe- und Hausfrau auf, sondern wagt einen völligen Neustart: Sie verlässt die Stadt und zieht aufs Land, um dort als Betreuerin eines Jugendzentrums zu arbeiten. Doch weiß sie nicht, dass sie auch eine erfolglose Jugendfußballmannschaft trainieren soll. Das stellt die eher kontaktscheue Britt-Marie vor große Herausforderungen, da sie bislang weder mit Jugendlichen zu tun hatte, noch Ahnung von Fußball hat. Aber aufgeben gibt’s nicht, sondern anpacken und das Beste aus der Situation machen. Und mit dieser Lebensweise entdeckt sie nicht nur an sich neue Seiten und Talente, sondern belebt auch die Mannschaft und die Dorfbewohner. Nach seinem Bestseller „Ein Mann namens Ove“ ist diese charmante Komödie die weibliche Antwort des schwedischen Erfolgsautors Fredrik Backman.

Dancing Queens

Als die alleinlebende Martha erfährt, dass sie Krebs hat, beschließt sie, in die Seniorenresidenz Sun Springs bei Phoenix zu ziehen. Sie will ihren Lebensabend zurückgezogen und in Ruhe geniessen. Doch umgeben von Palmbäumen, Golfplätzen und immerzu aktiven Seniorengruppen fällt dies schwer, zumal ihre quirlige und redselige Nachbarin Sheryl ständig vor der Tür steht. Hinzu kommt, dass die Hausordnung vorsieht, sich an Gruppenaktivitäten zu beteiligen. Doch an Stelle von Bingo oder Aquajogging will sie lieber ihren Jugendtraum erfüllen und eine eigene Gruppe von Cheerleadern gründen. Gemeinsam mit Sheryl finden sie weitere Mitstreiterinnen, die mit großen Herzen und Lebenswillen ihren altersbedingten Einschränkungen trotzen. Anfangs noch belächelt und verspottet, holen sie sich eine junge Trainerin, die sie auf ein großes Event vorbereiten hilft…
Eine unterhaltsame Komödie über ältere Frauen, die mit Hüftschwung und Prothese gegen Altersdiskriminierung und Jugendkult ankämpfen.

 

Das etruskische Lächeln

Der 74-jährige Schotte Rory MacNeil ist ein rauhbeiniger Witwer, der zeitlebens auf der Insel Vallasay zugebracht hat. Zu seinem Sohn hält er kaum noch Kontakt, seitdem dieser vor Jahren nach San Francisco zog. Als seine gesundheitlichen Probleme zunehmen, rät ihm sein Arzt, sich vorsorglich in den USA untersuchen zu lassen. Nur widerwillig setzt er sich in den Flieger, um bei seinem Sohn und dessen Familie unter-zukommen. Anfangs fällt es ihm schwer, sich in der modernen Welt zurechtzufinden; sowohl das großstädtische Leben wie auch die Erziehungsmethoden für seinem kleinen Enkel Jamie behagen ihm nicht. Und so sieht er sich in der Pflicht, seinem Enkel die Wurzeln seiner gälischen Herkunft nahe zubringen. Dabei lernt er durch die Großvater-rolle, sich nicht nur emotional zu öffnen, sondern auch die Beziehung zu seinem Sohn zu überdenken – und eine neue Liebe zu entdecken…

 

Die Herbstzeitlosen

Martha führt einen kleinen Dorfladen im idyllischen Trub, in der Schweiz. Doch nach dem Tod ihres Mannes hat sie nur noch wenig Freude am Leben. Ihre Freundinnen ermuntern sie, sich endlich ihren lang gehegten Traum einer eigenen Dessous-Boutique zu erfüllen. Mit der Ladeneröffnung sorgt Martha für das Dorfgespräch, zumal ihr Sohn Walter als Dorfpfarrer moralische Bedenken gegen den Reizwäschetempel hat. Doch Martha mag nicht mehr dem traditionellen Verhaltenskorsett ihrer Umwelt entsprechen, stattdessen beginnt sie couragiert und mit viel Elan ihre eigenen Vorstellungen und Wünsche vom Alter in die Tat umzusetzen. Die liebenswerte Komödie über vier innovationsfreudige Rentnerinnen ist bis heute in der Schweiz der zweiterfolgreichste Film.

Die mit dem Bauch tanzen

Der alternde Körper ist ein Thema, das niemandem besonders behagt, aber dem sich dennoch jeder eines Tages stellen muss. Besonders Frauen sehen sich mit Beginn ihrer Wechseljahre mit dem Klischee konfrontiert, dass ein „Altern in Würde“ gleichbedeutend mit dem Verstecken des eigenen Körpers ist. Die Mutter der Regisseurin Carolin Genreith sieht das jedoch anders. Einmal in der Woche legen sie und ihre Freundinnen alle Hemmungen ab, ziehen sich bunte Kostüme an und lassen beim Bauchtanz ihre Hüften kreisen. Die Tochter ist zunächst skeptisch, lernt aber im Laufe ihrer Dokumentation die Frauen und deren Lebensmodelle kennen und wertschätzen. Dabei muss sie erkennen, dass vielleicht eher sie als junge Frau lernen muss, ihr Körperbild zu überdenken. Die Dokumentation gewann u.a. 2013 den Publikumspreis beim Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen.

 

Ein Mann namens Ove

Der grantige Witwer Ove ist der Schrecken der Nachbarschaft: Auf seinen morgendlichen Kontrollgängen inspiziert er pedantisch seine Siedlung und beanstandet barsch jegliches Fehlverhalten seiner Umgebung. Doch hinter dem misanthropischen Verhalten verbirgt sich eine verletzliche, einsame Seele. Denn er kann den Verlust seiner geliebten Frau nicht überwinden und sehnt sich danach ihr in den Tod zu folgen. Doch all seine Suizidversuche scheitern – denn in der Nachbarschaft zieht eine ausländische, schwangere Frau mit ihrer Familie ein, die beharrlich seine Hilfsbereitschaft einfordert. Zögerlich öffnet er sich und nach und nach beginnt er, sich auch für die Belange der ganzen Nachbarschaft einzusetzen. Eine schwarz-humorige Tragikomödie mit skurrilen Momenten über Einsamkeit im Alter und nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft.

The Farewell

Als die in New York aufgewachsene Billi von ihren Eltern erfährt, dass ihre geliebte Großmutter Nai Nai in China nicht mehr lange zu leben hat, entschließt sie sich in ihre alte Heimat zu reisen, um ihrer Oma beizustehen. Dort angekommen, muss sie erstaunt feststellen, dass die Familie als Kollektiv beschließt, Nai Nai im Ungewissen zu lassen und ihr die tödliche Krankheit zu verschweigen. Sie soll ein möglichst unbeschwertes Leben haben und die Nähe der ganzen Familie spüren. Kurzerhand wird eine Spontan-Hochzeit mit Billis Cousin und dessen neuer Freundin aus Japan organisiert. Nai Nai ist nicht nur über den Besuch ihrer Lieblingsenkelin Billi glücklich, sie blüht förmlich auf bei der Organisation der Hochzeitsvorbereitungen. Billi kommt mit diesem Lügen¬gebilde zunächst nicht klar und verspürt ein schlechtes Gewissen. Doch nach und nach kommen ihr Zweifel und sie beginnt ihre Einstellung zu hinterfragen.
Eine faszinierende Familiengeschichte, die ethische und kulturelle Fragen über einen „guten“ Umgang mit Sterben und Tod aufwirft – ein kleines Filmjuwel aus China.

 

Hinter den Wolken

Nach einem halben Jahrhundert treffen sich die Lebenslinien zweier verwitweter Menschen wieder. Ausgerechnet an der Beerdigung von Emmas Ehemann taucht ihre Jugendliebe Gerard auf. Schnell kommen sie sich näher und entdecken ihre alten Gefühle füreinander. So gesellt sich neben der Trauer zunehmend die Lust auf das Neue und Romantische. Das irritiert nicht nur Emma, auch Tochter Jacky und Enkelin Evelien reagieren mit Unverständnis. Dadurch gerät auch der charmante und gefühlvolle Gerard ins Wanken, denn er will Emma nicht ein zweites Mal verlieren. Am Ende müssen alle drei Generationen erkennen, dass sich die Liebe nicht planen lässt – und was haben die beiden älteren Jungverliebten schon zu verlieren, außer Zeit?
Ein warmherziger Film mit zwei wunderbaren Hauptdarstellern und zugleich eine humorvolle Hommage an die Liebe in jedem Alter.

Ich, Daniel Blake

Daniel Blake, 59 Jahre alt, ist ein rechtschaffener und gewissenhafter Durchschnittsengländer, der als Handwerker stets seine Steuern gezahlt hat. Durch einen Herzinfarkt wird er berufsunfähig und ist auf Sozialhilfe angewiesen. Doch um diese zu bekommen, muss er sich mit einem kundenfeindlichen Verwaltungsapparat auseinandersetzen, der ihn durch absurde Regularien, onlinebasierte Anträge und nervtötende Hotlines zur Verzweiflung treibt – und ihn zusehends in eine finanzielle Notlage bringt. Als er sich mit der alleinerziehenden Katie anfreundet, beginnen sie gemeinsam für ihre Rechte zu kämpfen.
Seit nunmehr 50 Jahren setzt sich der über 80-jährige Regisseur Ken Loach in seinen Filmen für die Würde und Gerechtigkeit von Sozialschwachen und Ausgegrenzten ein. Mit einem sozialkritischen Grundton gleicht der Film einer präzise und sachlich erzählten Milieustudie. Zu Recht erhielt dieses Alterswerk 2016 in Cannes die Goldene Palme als Bester Film.

 

Monsieur Pierre geht online

Pierre ist ein einsamer Witwer, der sich in seiner Pariser Wohnung zurückgezogen hat und mit privaten Filmaufnahmen seiner verstorbenen Frau nachtrauert. Tochter Sylvie will, dass sich ihr Vater der Welt wieder öffnet und schenkt ihm einen Computer mit Internetanschluss. Als Lehrer engagiert sie Alex, den erfolglosen Autor und neuen Freund ihrer Tochter Juliette. Nur widerwillig lässt sich der alte Griesgram auf den jungen, unmotivierten Lehrer und die digitale Welt ein. Doch als Pierre die neuen Möglichkeiten des Internet-Datings entdeckt, ist sein Lebenswillen wieder entfacht. Unter dem Pseudonym des jungen Alex und dank seiner verbalen Fähigkeiten gewinnt er das Interesse der jungen Flora aus Brüssel. Als es zum Treffen kommen soll, überredet er Alex, ihn zu vertreten. Es beginnt ein turbulentes, amouröses Verwechslungsspiel zwischen den Geschlechtern und den Generationen... Eine moderne Variante von Cyrano de Bergerac mit einem 83-jährigen Pierre Richard in Hochform.

 

Neuland

Wie eine erfolgreiche Integrationsarbeit aussehen kann, zeigt diese außergewöhnliche und mehrfach prämierte Dokumentation aus der Schweiz. Im Mittelpunkt steht der Lehrer Christian Zingg, Jahrgang 1955, der seit über 25 Jahren an der Integrations- und Berufsauswahlklasse in Basel tätig ist. Der Film begleitet ihn über zwei Jahre, wie er jugendliche Migranten auf das Berufsleben vorbereitet. Der Weg dahin ist nicht einfach, denn die Jugendlichen bringen nicht nur unterschiedliche Kultur- und Bildungshintergründe mit, manch einer birgt auch psychosoziale Probleme in sich. Aber allesamt betreten sie »Neuland«. Sie müssen eine neue Sprache erlernen und sich in einer neuen Umgebung mit den sozialen und kulturellen Gegebenheiten und Widerständen zurechtfinden. Mit viel Herzblut, zugleich aber auch nüchtern und realistisch, motiviert Zingg seine Schüler nicht aufzugeben und an sich selbst zu glauben. Und tatsächlich scheint eine bessere Zukunft möglich.

 

Romys Salon

Eigentlich gefällt es Oma Stine gar nicht, dass sie nach der Schule auf ihre Enkelin Romy aufpassen muss. Schließlich muss sie noch einen Friseursalon schmeißen. Aber ihre frisch geschiedene Tochter Margot hat auch zu arbeiten. So kommt Romy jeden Nachmittag in den Salon ihrer Oma und hilft etwas mit. Doch mit der Zeit bemerkt sie, dass mit ihrer Großmutter etwas nicht stimmt. Die Kasse stimmt nicht mehr und Stine beginnt plötzlich auf dänisch von ihrer Kindheit zu erzählen. Romy schlüpft zunehmend in die Rolle der Verbündeten und versucht, den Friseursalon am Laufen zu halten. Doch als die Demenz der Großmutter fortschreitet, können sie die Krankheit nicht mehr vor Romys Eltern geheimhalten. Der Gang ins Pflegeheim scheint unausweichlich. Doch Romy schmiedet für ihre liebgewonnene Oma Stine einen eigenen Plan…
Eine warmherzige Oma-Enkelin-Geschichte über Demenz und die Sorge und Mitverantwortung zwischen den Generationen.

 

Sein letztes Rennen

Der einst berühmte Marathonläufer Paul Averhoff zieht mit über 70 Jahren widerwillig in ein Altersheim. Seine berufstätige Tochter Birgit kann und will sich nicht länger um ihn und seine kranke Frau Margot kümmern. Im Heim fühlt sich Paul nicht wohl und fragt sich, ob es das gewesen sein soll. Er beschließt, für den Berlin-Marathon zu trainieren. Die anderen Heimbewohner halten ihn zunächst für verrückt, doch mit Hilfe seiner Frau trainiert der rüstige Rentner für sein großes Ziel. Dabei muss er nicht nur seinem alternden Körper trotzen, sondern auch gegen die Widerstände der Heimleitung und seiner Tochter ankämpfen. Ähnlich wie Paul zeigt Didi Hallervorden mit 78 Jahren eine bravouröse Leistung, die mit dem Deutschen Filmpreis belohnt wurde.

Über Grenzen

Mit 64 Jahren setzt sich Margot zum ersten Mal in ihrem Leben auf ein Motorrad und fährt los: von Hessen über Osteuropa nach Zentralasien. Sie überquert dabei nicht nur die Grenzen von 18 Ländern, sondern auch die zwischen Menschen fremder Sprachen und Kulturen, und auch ihre eigenen: Ganz allein als ältere Frau unterwegs auf einem kleinen Motorrad, über die Wolga und das Pamir-Gebirge, durch Tadschikistan und den Iran. Nach 117 Tagen und über 18.000 Kilometern kommt sie wieder zurück – vollgepackt mit faszinierenden Erlebnissen, Erfahrungen und Begegnungen. Und selbst Motorradschäden, Unfälle, Schneetreiben und andere Widerstände konnten sie nicht abhalten weiterzumachen. Denn sie erlebt, wie gut die Menschen noch sein können, wie sehr sie einander helfen, selbst völlig Fremden: „Ich bin losgefahren um zu spüren, dass die Welt in Ordnung ist“. Diese Erkenntnis erfüllt sie mit Glück und Dankbarkeit und weckt in ihr die Sehnsucht zu neuen Reisen…

Und wenn wir alle zusammenziehen?

Fünf langjährige Freunde, fünf Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Claude: der ewige Liebhaber. Annie und Jean: Sie bürgerlich und angepasst, er immer noch politischer Aktivist. Und Jeanne und Albert: Die Feministin und der Bonvivant. Trotz aller Gebrechen und Tücken, die mit dem Alter einhergehen, fühlen sich die fünf noch ganz vital und voller Energie. Um dem Altersheim zu entgehen, entwickeln sie einen kühnen Plan. Sie werden zusammenziehen und unter einem Dach gemeinsam den Rest ihres Lebens verbringen. Um das Miteinander in der Wohngemeinschaft leichter zu gestalten, heuert Jeanne den jungen Ethnologie-Studenten Dirk an, dessen Anwesenheit verborgene Wünsche und bislang streng gehütete Geheimnisse an den Tag bringt… Die französische Lebenskunst des Älterwerdens, getragen von einem Ensemble großartiger Schauspieler.

 

Vergiss mein nicht

Vergiss mein nicht

Der Filmemacher David Sieveking nimmt uns mit auf eine sehr persönliche Reise seiner Familie. Seine Mutter Gretel leidet an schwerer Demenz. Um seinem Vater etwas Last von den Schultern zu nehmen, zieht er für einige Wochen wieder bei seinen Eltern ein, um seine Mutter zu pflegen, während sein Vater Malte neue Kraft tankt. Dabei begleitet er die Pflege und das Leben seiner Mutter mit der Kamera. Trotz der Krankheit verliert sie nicht ihren Lebensmut und steckt damit auch ihn an. Durch ihre offene und ehrliche Art lernt David seine Mutter noch einmal ganz neu kennen. Durch den Film setzt er ein Mosaik seiner Familiengeschichte zusammen, das als Dokumentation einer Krankheit gedacht war und sich zu einem Liebesfilm entwickelte.

 

Warum ich hier bin

Die Dokumentation zeigt anhand von fünf Menschen verschiedener Generationen deren Fluchtursachen und Lebenswege auf und thematisiert, wie eine erfolgreiche Integration möglich ist. Darunter sind Ahmad (10 Jahre) aus Syrien und Leila (34 Jahre) aus Bosnien, die mit ihren Familien vor dem Krieg fliehen mussten. Lena (17 Jahre) kam 2011 mit Familie aus Angst vor den Folgen des Reaktorunfalls in Fukushima nach Deutschland. Cacau (36 Jahre) aus Brasilien ist in Armut und unter schwierigen Familienverhältnissen aufgewachsen und konnte sich hier seinen Traum als Profi-Fussballer erfüllen. Frau Schiller (82 Jahre) floh nach dem Zweiten Weltkrieg als sogenanntes „Wolfskind“ vor der Hungersnot von Ostpreußen nach Litauen und kam bei einer hilfsbereiten Familie unter. Die Erzählungen der Protagonisten werden eindrucksvoll durch animierte Sequenzen unterstützt und so lebendig und für Kinder nachvollziehbar erzählt. Auch wenn die Gründe für das Verlassen der Heimat sehr unterschiedlich sein können, ähneln sich die Erfahrungen von Verlust und Fremdheit, aber auch von Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Sicherheit und Frieden.

 

Wir sind die Neuen

a in der Großstadt die Mieten für Alleinlebende unbezahlbar werden, beschließen drei junge Rentner, ihre ehemalige Studenten-WG wieder aufleben zu las-sen. Die lebendige Biologin Anne, der bindungsunfähige Single Eddi und der erfolglose Jurist Johannes genießen wie einst die gemeinsame Zeit, sitzen weintrunken bis spät in die Nacht in der Küche zusammen und philosophieren über Gott und die Welt. Doch über ihnen wohnen Katharina, Barbara und Thorsten, drei junge prüfungsgestresste, spießige und humorlose Studenten. Zwei völlig unterschiedliche Lebensentwürfe prallen aufeinander und der Generationenkonflikt ist vorprogrammiert… Eine Generationenkomödie mit frischen, selbstironischen Dialogen über das Jung-sein von heute und gestern.

Zeit für Utopien

Die Dokumentation präsentiert vier Initiativen, die für eine regionale und nachhaltige Produktions- und Lebensform stehen: Petra Wähning gründete in Bayern das Projekt „Solidarische Landwirtschaft“, bei dem Verbraucher durch Monatsbeiträge regionale landwirtschaftliche Betriebe unterstützen. Noch umfassender sind die Aktivitäten der Genossenschaft „Hansalim“ aus Südkorea, die 1,5 Millionen Menschen mit regionalen und biologisch angebauten Lebensmitteln versorgt. Aus einem mehrjährigen Streik entstand 2016 in Südfrankreich aus einer ehemaligen Teefabrik von Unilver die Genossenschaft „Scop-Ti“, die ebenfalls bestrebt ist, nur noch regional zu produzieren. Anhand einer Goldmine in Uganda wird das Konzept von Fairphone vorgestellt, das ein nachhaltigeres Smartphone unter möglichst fairen Bedingungen vertreibt. Das Wohnprojekt „Kalkbreite“ aus Zürich zeigt, wie man in einer Stadt energiesparend und umweltfreundlich leben kann, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Ein Film, der Mut machen will und mit guten Beispielen vorangeht.

 

Ziemlich beste Freunde

Der arbeitslose und frisch aus dem Knast entlassene Driss bewirbt sich pro forma als Pfleger beim querschnittsgelähmten reichen Erben Philippe, um den Stempel für die Arbeitslosenunterstützung zu bekommen. Gegen jede Vernunft engagiert ihn der reiche Aristokrat, weil er spürt, dass dieser farbige Junge aus der Banlieue ihm nicht mit Mitleid begegnet. Statt mit dem Behindertenauto düsen die beiden bald mit dem Maserati durch Paris, rauchen Joints, laden auch schon mal zu einer Orgie „mit roten Ohren“ ein. Beide respektieren sich, und Philippe gewinnt neue Kraft für das, was ihm vom Leben bleibt.
Eine warmherzige Komödie über eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Pfleger und Pflegendem, getragen von gegenseitigem Respekt, Achtung und Aufgeschlossenheit. Der Film basiert auf einer authentischen Geschichte und avancierte in Frankreich und Deutschland zum größten Kinohit des Jahres.

 

Dieses bunte Deutschland

Ein Jahr lang haben Filmteams vier Geflüchtete in Deutschland begleitet: Die junge Syrerin Samiha hat die Flucht ins Allgäu verschlagen, wo sie den Traum lebt, eines Tages ihr Ingenieur-Studium fortsetzen zu können. Im sächsischen Pirna lebt der 17-jährige Afghane Said bei einer deutschen Ersatzmutter und hofft auf einen Ausbildungsplatz als Tischler. In Berlin kämpft der Syrer Hasan, ein ehemals erfolgreicher Geschäftsmann, um den Nachzug seiner Familie. Und im brandenburgischen Groß Schönebeck versucht die Tschetschenin Zainap über ihre Arbeit in einem Kindergarten Anschluss an Deutsche zu finden. Eine beeindruckende Dokumentation über vier unterschiedliche Schicksale, die eines verbindet: Sie sind vor Krieg und Terror geflohen und müssen nun lernen, sich in einem fremden Land zurechtzufinden. Es ist ein schwieriger und mutiger Neubeginn zwischen Hoffen und Warten, Träumen und Rückschlägen und auch zwischen helfenden, offenen Mitbürgern und feindseligen Ressentiments.