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Erste Zukunftskonferenz für das Havelland

Wie wollen wir die Zukunft des Havellandes gestalten? Dazu tauschten sich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kürzlich aus.

„Es war inspirierend, mit so vielen interessanten Menschen im Havelland ins Gespräch zu kommen. Ich habe große Lust, mich hier einzubringen“, sagt Robert Dahl, Inhaber von Karls Erlebnis-Dorf Elstal, im Anschluss der ersten Zukunftskonferenz des „Innovationsbündnis Havelland“. Auch Katrin Stiemer, Standortleiterin des künftigen Warenverteilzentrums der Drogeriemarktkette dm, zeigt sich beeindruckt von der „Andersartigkeit des Veranstaltungsformats, Zukunft neu zu denken.“ Dahl und Stiemer sind zwei von über 70 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die sich Mitte Februar auf Einladung der Helga Breuninger Stiftung und des Landkreises Havelland in der Paretz Akademie einen ganzen Tag lang Zeit nahmen, um gemeinsam über die Zukunft des Havellandes zu sprechen, gemeinsame Herausforderungen zu definieren und erste Lösungsansätze zu erarbeiten.

„Was fehlt uns, was wünschen wir uns, was wollen wir ändern, was können wir verbessern? Themen, die unter den Nägeln brennen, konnten von den Teilnehmern in die Konferenz eingebracht werden“, sagt die Initiatorin des Innovationsbündnisses Helga Breuninger und resümiert: „Neues entsteht aus Respekt und Vertrauen. Das haben wir mit dieser ersten Zukunftskonferenz erreicht. Mit der Vernetzung der Teilnehmer und der ersten Ausarbeitung verschiedener Themenkomplexe ist ein erfolgreicher Auftakt gelungen.“ Auch Landrat Roger Lewandowski zeigt sich hochzufrieden von den ersten Ideenentwicklungen auf der Konferenz. „Es ist eine Aufbruchsstimmung zu spüren, mit gegenseitigem Vertrauen und dem Willen, gemeinsam etwas zu bewegen. Viele umtreiben die gleichen Fragen, die gleichen Herausforderungen. Diese müssen wir zeitnah angehen und ich bin mir sicher, dass ein bereichsübergreifender Dialog, den wir mit dieser Veranstaltung angeregt haben, nur gewinnbringend für unsere Region sein kann.“

Der demografische Wandel wurde auf der Konferenz als wohl dringlichstes Querschnittsthema erörtert, das alle Teilnehmer, ob Unternehmer, Ehrenamtliche oder Politiker mittelbar oder unmittelbar berührt. „Wir wollen uns mit der Schrumpfung im Havelland nicht abfinden“, betont Helga Breuninger. „Wenn wir das Leben vor allem in den ländlichen Räumen lebenswert gestalten wollen, müssen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft in einer regionalen Verantwortungsgemeinschaft zusammenwirken.“ Auch Landrat Roger Lewandowski sieht es als eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft an, das Havelland nachhaltig für junge Menschen attraktiv und lebenswert zu gestalten. „Ein Landkreis, in dem sich Familien wohl fühlen, ist auch wirtschaftlich für die Zukunft gerüstet. Attraktive Bedingungen für junge Menschen und Familien sind Standortfaktoren, die mit zunehmendem Arbeitskräftebedarf an Bedeutung gewinnen.“

Insgesamt fünf Themenbereiche haben die Teilnehmer im Rahmen der ganztägigen Konferenz herausgearbeitet: die Arbeitskräftesituation, die Aufrechterhaltung der Infrastruktur, die Identifikation mit der Region und die Synchronisierung des Nahverkehrs sowie wichtige Standortfaktoren für die Ansiedlung junger Menschen und Familien.

Zu den fünf Schwerpunkten werden sich die Teilnehmer in den nächsten Wochen an moderierten Thementischen beraten. Dabei soll die bereichsübergreifende Zusammenstellung des Teilnehmerkreises erhalten bleiben. „Die Gespräche mit den Teilnehmern haben gezeigt, dass sie gerade in der sektorenübergreifenden Diskussion eine neue Qualität auf der Suche nach zukunftsfähigen Ansätzen empfunden haben“, sagt Tobias Hipp von der Helga Breuninger Stiftung, der gemeinsam mit der Demografie-Referentin des Landkreises, Sabine Kosakow-Kutscher, das Projekt stellvertretend für die beiden federführenden Institutionen betreut.

Die Ergebnisse der Thementische werden im Rahmen einer zweiten Zukunftskonferenz am 7. Juni dieses Jahres in der Paretzer Scheune präsentiert. Die Teilnehmer der ersten Konferenz sind zudem aufgefordert, bis zu zwei weitere Personen mitzubringen, um das Bündnis auf eine noch breitere gesellschaftliche Basis zu stellen. Ende dieses Jahres soll das Innovationsbündnis Havelland dann auf einer dritten Konferenz in eine noch zu wählende Rechtsform gegossen werden.