Regenwasser soll möglichst an Ort und Stelle versickern.
Niederschlagswasser, welches von befestigten oder bebauten Flächen abfließt, wird gemäß § 54 des Wasserhaushaltsgesetzes als Abwasser bezeichnet. Die Einleitung von Abwasser in das Grundwasser oder ein Oberflächengewässer bedarf gemäß § 8 einer wasserrechtlichen Erlaubnis. Grundsätzlich kann man also davon ausgehen, dass für eine Niederschlagswasserversickerung oder Ableitung eine Erlaubnis erforderlich ist. Für die private Wohnbebauung und kleinere Gewerbe gibt es jedoch Ausnahmeregelungen, die keine Erlaubnis erfordern. Ob Sie mit Ihrem Vorhaben in eine Ausnahmeregelung fallen, können Sie ganz einfach selbst über die Checkliste Erlaubnisfreiheit prüfen.
Tips zum Umgang mit Regenwasser
Regenwasser ist ein wichtiger Teil im Wasserkreislauf. Es füllt Gewässer auf und trägt so zu ihrem Erhalt bei. Ein nachhaltiger Umgang mit Regenwasser in Siedlungen hilft Mensch und Umwelt.
Was Sie noch tun können:
Hintergrund
Durch Klimaänderung und von Menschen verursachte Einflüsse sind Grund- und Oberflächenwasser weiterhin starken Belastungen ausgesetzt. Die Versiegelung von Flächen vermindert die natürliche Grundwasserneubildung, Schad- und Nährstoffeinträge wirken sich negativ auf die Grund- und Oberflächenwasserqualität aus. Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser erfordert auch einen bewussten Umgang mit Niederschlagswasser. Die wichtigsten umweltpolitischen Maßnahmen sind:
Dies hat viele Vorteile: Oft werden teure unterirdisch verlegte Kanäle und Regenwasserüberläufe überflüssig, wenn diese durch eine kostengünstigere Bewirtschaftung von Regenwasser ersetzt werden. Durch eine lokale Versickerung wird der Grundwasserhaushalt weniger beeinträchtigt, da der Regen dort, wo er fällt, versickert. Dies kann wesentlich zur Verbesserung der Gewässerqualität beitragen. Denn das vor Ort versickerte Regenwasser verringert Überläufe aus Mischwasserkanalisationen in die Gewässer. Darüber hinaus reduziert das versickerte Wasser die Wärmebelastung der Siedlungen.
Der ökologische und ökonomische Vorteil von Regenwassernutzungsanlagen in privaten Haushalten wird hingegen unter Fachleuten nach wie vor stark diskutiert. Deutschland ist ein wasserreiches Land, regional sind die Wasservorräte allerdings unterschiedlich verteilt. Die Notwendigkeit für eine verstärkte Regenwassernutzung kann daher nicht generell mit dem Argument der Wasserknappheit begründet werden.
In Gebieten, in denen wegen zukünftiger Klimaänderungen die Wasservorräte zurückgehen werden, muss über die Etablierung kleinerer Wasserkreisläufe nachgedacht werden und in diesem Zusammenhang auch über Regenwassernutzungsanlagen. Wann und unter welchen Umständen die Nutzung von Regenwasser wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Bei dieser Betrachtung müssen auch die einzusetzenden Materialmengen (z.B. zweites Leitungsnetz) berücksichtigt werden.
Quelle: Umweltbundesamt