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Rund 500 Jugendliche beteiligten sich an erster Online-Umfrage des Landkreises

An der ersten Online-Umfrage des Landkreises Havelland haben sich im Juni rund 500 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet beteiligt. Die Meinungen der Jungen und Mädchen fließen in die Entscheidung zur Verteilung der Jungendsozialarbeiter ein.

An der ersten Online-Umfrage des Landkreises Havelland haben sich im Juni rund 500 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet beteiligt. Die Meinungen der Jungen und Mädchen fließen in die Entscheidung zur Verteilung der Jungendsozialarbeiter ein.

Drei Wochen lang hatten Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 21 Jahren erstmals die Möglichkeit, bei der Verteilung von Jugendsozialarbeitern im Landkreis mitzubestimmen. Ihre Stimme konnten die jungen Havelländerinnen und Havelländer per Online-Fragebogen abgeben, dazu hingen Infozettel zum Beispiel in Jugendclubs. Zudem erleichterte ein QR-Code das Aufrufen und Teilen der entsprechenden Internetseite. Diese digitale Möglichkeit der Teilhabe ist in der aktuellen Corona-Zeit ein Vorteil und so konnten auch ohne lokale Konferenzen oder Foren viele junge Leute erreicht werden.

„Ich freue mich über die gute Beteiligung an der Online-Umfrage. Es zeigt, dass sich die havelländischen Jugendlichen einbringen möchten, an der Entwicklung des Landkreises interessiert sind und zu den sie betreffenden Themen auch ihre Meinung sagen wollen“, sagt Landrat Roger Lewandowski zur Auswertung der Umfrage.

In einem ersten Vorschlag zur Verteilung der geförderten Stellen der Kinder- und Jugendarbeit waren neben der Anzahl der Kinder und Jugendlichen auch komplexe sozialstrukturelle Daten der jeweiligen Gemeinden eingeflossen, zum Beispiel Schülerzahlen, Hilfen zur Erziehung, Jugendkriminalität und
-arbeitslosigkeit sowie der Sozialstatus. Innerhalb der Diskussion zwischen Verwaltung und freien sowie öffentlichen Trägern war allerdings erkennbar, dass diese Daten sehr unterschiedlich bewertet werden.

Um im Interesse der betroffenen Mädchen und Jungen passgenauer bei der Verteilung der Stellen verfahren zu können, wurde das Online-Beteiligungsverfahren initiiert. Die 495 teilnehmenden jungen Menschen kommen etwa gleich verteilt aus dem gesamten Havelland. Auf die Frage „Wo würdest du viele Jugendsozialarbeiter einsetzen?“ konnten die Jugendlichen bei neun Antworten angeben, wie wichtig sie dieses Kriterium finden.

„Wir sind begeistert darüber, wie reflektiert und ernsthaft die Jugendlichen die Fragen beantwortet haben. Davon zeugen auch die Anregungen und Hinweise, die am Ende der Umfrage gegeben werden konnten“, freut sich Claudia Wolfram, Referatsleiterin für Kinder- und Jugendförderung, über das Ergebnis. So gab es neben dem Lob für die wichtige Arbeit der Sozialarbeiter auch Kritik an der Ausstattung von Jugendclubs oder an der Anzahl von Sozialarbeitern generell. Einige Teilnehmende nutzten die Hinweise um ihre eigenen Sozialarbeiter zu loben und deren Arbeit zu würdigen oder eine intensivere Jugendsozialarbeit in den Dörfern zu fordern.

Die Auswertung der Umfrage hat ergeben, dass es Sozialkriterien gibt, die von den Jugendlichen als besonders wichtig bei der Verteilung der Sozialarbeiter und Streetworker angesehen werden. Hierzu zählen vor allem die Auswertung, wo Eltern sich nicht so gut um ihre Kinder kümmern und Hilfen benötigen, die Statistik zur Jugendkriminalität sowie die Anzahl der Kinder und Jugendlichen pro Gemeinde. „Die Meinungen der Jungen und Mädchen haben uns besonders im konkreten Abwägungsprozess bei der Entscheidung geholfen, nach welchen Notwendigkeiten die 52 geförderten Stellen der Kinder- und Jugendarbeit für die kommenden Jahre zu verteilen sind. Aufgrund der Antworten haben wir als Verwaltung einen neuen differenzierteren Vorschlag für die Verteilung der Stellen erarbeitet, der im Unterausschuss Jugendhilfeplanung und im Jugendhilfeausschuss im August öffentlich diskutiert wird“, so Claudia Wolfram.

„Bei der Jugendbeteiligung im Landkreis Havelland stehen wir noch am Anfang. Allerdings ist die Online-Umfrage aufgrund der Größe des Landkreises eine sehr gute Möglichkeit, in kurzer Zeit möglichst viele Jugendliche im Havelland zu erreichen. Nicht für alle Sachverhalte ist eine Umfrage als Beteiligungsform für Kinder und Jugendliche geeignet, aber ich bin dennoch sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieser ersten Online-Aktion“, sagt Bianca Lange, Kinder- und Jugendbeauftragte des Landkreises Havelland. Die Auswertung und die Hinweise sowie Anregungen der Jugendlichen werden daher auch in die Planung der kommenden Beteiligungen einfließen.