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Aufholpaket "Corona-Auszeit für Familien" gestartet

Der Startschuss für die „Corona-Auszeit für Familien – Familienferienzeiten erleichtern“ ist gefallen. Ab jetzt können Familien mit kleinen Einkommen und Familien, die Angehörige mit einer Behinderung haben, einen einwöchigen Urlaub buchen, um sich ab Oktober in einer gemeinnützigen Familienferienstätte zu erholen. Die „Corona-Auszeit für Familien“ ist Teil des zwei Milliarden Euro umfassenden Programms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ der Bundesregierung. Ziel ist es, Familien eine Erholung von den Belastungen der Corona-Pandemie zu ermöglichen.

Anlässlich des Buchungsstarts besuchte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht heute eine Familienferienstätte in Bünsdorf, Schleswig-Holstein.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht: „Nach den enormen Anstrengungen durch die Pandemie sehnen sich viele Familien danach, endlich wieder rauszukommen, abzuschalten und Kraft zu tanken. Nicht jede Familie kann sich einen Urlaub leisten, aber alle sollen sich erholen können. Eine Familien-Auszeit wollen wir gerade für die Menschen ermöglichen, die es schwerer haben als andere. Für Familien mit kleinen Einkommen und kleinen Wohnungen waren die Monate mit geschlossenen Kitas und Schulen besonders hart. Genau für diese Menschen starten wir heute die „Corona-Auszeit für Familien“ als Teil unseres Aufholpakets. So können Familien zusammen durchatmen. Ich danke allen Familienferienstätten und Jugendherbergen, die sich in unserem Programm engagieren und Familien damit eine gute gemeinsame Zeit und Erholung ermöglichen.“

Familienurlaub durch Aktionsprogramm der Bundesregierung

Berechtigte Familien müssen für Ihren Aufenthalt im Rahmen der „Corona-Auszeit“ nur etwa zehn Prozent der Kosten für Unterkunft und Verpflegung zahlen. Die restlichen Kosten erhält die Einrichtung aus den Mitteln des Aufholpakets der Bundesregierung. Möglich sind bis zu sieben Tage bis Ende 2021 und weitere bis zu sieben Tage im Jahr 2022. Insgesamt stehen für die „Corona-Auszeit für Familien“ 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Informationen zur Buchung und Berechtigung

Familien, die im Rahmen der Corona-Auszeit einen stark vergünstigten Aufenthalt in einer Familienferienstätte oder Jugendherberge buchen wollen, finden dazu ab sofort online unter www.bmfsfj.de/corona-auszeit alle Informationen. Eine Deutschlandkarte bietet einen Überblick über alle Einrichtungen, die ab Oktober Plätze anbieten. Familien können sich über Besonderheiten der Einrichtungen wie zum Beispiel Barrierefreiheit informieren und direkt ihre Buchungsanfrage starten. Die angeschriebene Einrichtung nimmt dann mit der Familie Kontakt auf, und gibt eine Rückmeldung, ob zum gewünschten Buchungszeitraum freie Plätze vorhanden sind. Wenn die Buchung verbindlich wird, muss die Familie ihre Berechtigung nachweisen. Hierfür gibt es ein eigenes Formular, das ebenfalls auf der Internetseite der Corona-Auszeit zur Verfügung steht.

Außerdem steht Familien eine kostenlose Beratungshotline zur Verfügung. Diese ist an sechs Tagen in der Woche unter der Nummer 0800 866 11 59 erreichbar.

Mit dem aktuellen Einkommensrechner der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung erhalten Interessierte Orientierung, ob die vergünstigten Preise auch für sie gelten. Berechnungsgrundlage sind die Sozialhilfe-Regelsätze, die seit dem 1. Januar 2021 gültig sind, woraus sich eine Einkommensgrenze für Familien ergibt. Unterschreitet eine Familie die Einkommensgrenze, so ist sie zu einem vergünstigten Urlaub berechtigt.

Den Einkommensrechner finden Sie hier: https://www.bag-familienerholung.de/einkommensrechner/

Ein detaillierter Online-Check zur Prüfung der Berechtigung wird demnächst auf der Website des Bundesfamilienministeriums zur Verfügung stehen. 

Allgemeine Informationen zum Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" finden Sie hier:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie/aufholen-nach-corona

 

 

 

Kinder und Jugendliche im Havelland profitieren von Ferienprogrammen

Schulbezogenes Lernen, soziale Kompetenzen und eine gemeinsame Freizeitgestaltung – um den Jungen und Mädchen des Havellandes schöne Sommerferien zu ermöglichen, haben die Träger der freien Jugendhilfe zahlreiche Angebote für die Ferienwochen organisiert. Finanziert wird dieser Teil der Corona-Aufholprogramme vom Land Brandenburg, das mit der „Richtlinie zur Förderung von Ferienprogrammen in Verbindung mit Lernangeboten“ gezielt Schülerinnen und Schüler ansprechen möchte, die aufgrund der Corona-Maßnahmen in den vergangenen Monaten Defizite im sozialen und schulischen Bereich aufgebaut haben.

„Die Jugendhilfeträger und Schulen waren trotz der Kurzfristigkeit sehr engagiert“, freut sich Katrin Schönfeld aus dem Referat Kinder- und Jugendförderung des Landkreises Havelland. 20 Anträge sind für die Sommerferien von den Trägern der freien Jugendhilfe beim Referat eingereicht worden und konnten bewilligt werden. Damit gehört das Havelland zu den brandenburgischen Landkreisen mit den meisten Angeboten für die Kinder und Jugendlichen. Viele Träger arbeiten dabei eng mit der Schulsozialarbeit und Lehrkräften zusammen. „Der Bedarf war riesig, viele Eltern haben direkt nach diesen Angeboten gesucht und viele Programme der Träger waren schnell ausgebucht“, berichtet Katrin Schönfeld. Aber auch die traditionellen Ferienangebote der vergangenen Jahre von den havelländischen Jugendeinrichtungen, beispielweise mehrtägige Übernachtungsangebote und Zeltlager, Sport- und Freizeitaktivitäten von Kanutouren bis Bergwandern und Tagesausflüge unterschiedlicher Art, konnten über die Jugendförderrichtlinie des Landkreises Havelland erneut angeboten werden.

Auf der Internetseite www.ferienangebote-brandenburg.de können Interessierte nach passenden Angeboten in allen Landkreisen Brandenburgs suchen und sich zur Anmeldung für die restlichen Plätze an die jeweiligen Träger wenden.

Die Förderung des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport ermöglicht auch noch für die Herbstferien in Brandenburg Angebote für die Kinder und Jugendlichen. Träger der freien Jugendhilfe können ihre Anträge noch bis zum 13. August im Referat für Kinder- und Jugendförderung einreichen. Gefördert werden sowohl Tagesprogramme als auch Übernachtungsfahrten. Auch über die kreiseigene Jugendförderrichtlinie können noch Angebote für Ferienprogramme finanziert werden.

 

Informationen zum Kinderfreizeitbonus

Am 11. Juni hat der Deutsche Bundestag die Auszahlung eines Kinderfreizeitbonus beschlossen. Damit sollen Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien sowie aus Familien mit kleinen Einkommen unterstützt werden. Der einmalige Bonus in Höhe von 100 Euro je Kind kann individuell für Ferien- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden. Ziel ist es, die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche abzumildern. Die Einmalzahlung wird nicht auf Sozialleistungen angerechnet.

Wer hat Anspruch auf den Kinderfreizeitbonus?

Familien mit Kindern, die

  • am 01. August 2021 noch nicht 18 Jahre alt sind und
  • für die Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung bezogen wird.

Zusätzlich muss eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: Die Familie bezieht für ihre Kinder

  • Kinderzuschlag (KiZ)
  • Wohngeld (gegebenenfalls parallel zu KiZ)
  • Sozialhilfe nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII)
  • Grundsicherung nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) (gegebenenfalls parallel zu KiZ)
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) oder
  • Leistungen im Rahmen der Ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt im Sozialen Entschädigungsrecht nach dem Bundesversorgungsgesetz (BVG)

Antragstellung/Auszahlung

Familien, die bereits Kinderzuschlag beziehen, erhalten den Kinderfreizeitbonus automatisch in Form einer Einmalzahlung im August – hier ist kein Antrag notwendig. Dies gilt auch für Familien, die gleichzeitig Kinderzuschlag und Wohngeld beziehungswiese gleichzeitig Kinderzuschlag und Grundsicherung nach SGB II erhalten. Sie erhalten den Kinderfreizeitbonus als Einmalzahlung ab August 2021.

Achtung!

Familien, die ausschließlich Wohngeld oder Hilfen zum Lebensunterhalt erhalten (und nicht gleichzeitig Kinderzuschlag beziehen), müssen einen Antrag auf den Kinderfreizeitbonus per Post bei der Familienkasse oder per E-Mail an die E-Mail-Adresse kinderfreizeitbonus@arbeitsagentur.de stellen. Bitte verwenden Sie hierfür das folgende Antragsformular.

Dem ausgefüllten Antrag sind geeignete Nachweise über die Bewilligung von Wohngeld oder Sozialhilfe für den Monat August 2021 beizulegen. Dies kann zum Beispiel eine Kopie des Bewilligungsbescheids sein. Die Kinder, für die der Kinderfreizeitbonus beantragt wird, müssen auf dem Bescheid ersichtlich sein.

Nachdem der Antrag bei der Familienkasse eingegangen ist, erfolgt die Auszahlung des Kinderfreizeitbonus frühestens ab August 2021.

Bessere Vernetzung und Investitionen durch den "Pakt für Pflege"

Altengerechte Lebensräume und Pflegestrukturen vor Ort gestalten -  so lautet der Auftrag des Paktes für Pflege, der Teil des Koalitionsvertrages ist und über den für die unterschiedlichen Akteure im Landkreis Havelland in den nächsten Jahren rund 2 Millionen Euro generiert werden können. 

Im Landkreis Havelland gibt es schon sehr lange eine Gruppe verantwortlicher Akteure, die sich um eine ausgeglichene Versorgung von Pflegeleistungen kümmert – die AG Altenhilfe. Christina Höffler ist Sozialplanerin des Landkreises Havelland und eine von zahlreichen Akteuren in der AG Altenhilfe.

 

Frau Höffler, was genau ist die AG Altenhilfe?

Die AG Altenhilfe gibt es im Landkreis Havelland seit 10 Jahren. Sie wurde als Plattform ins Leben gerufen, die den Austausch der Pflegeakteure im Landkreis ermöglichen soll. Die Erstellung des Altenhilfeplans 2010 hat die Notwendigkeit einer solchen AG hervorgehoben. Seitdem ist die AG Altenhilfe eine feste Säule der Pflegeversorgung im Havelland.

 

Warum braucht der Landkreis einen Altenhilfeplan?

Der Altenhilfeplan aus dem Jahr 2010 bzw. sein Nachfolger, der Pflegebedarfsplan aus dem Jahr 2018, zeigen auf, wo und wie Angebote für Pflegebedürftige mit Blick auf den demografischen Wandel in den einzelnen Kommunen unseres Landkreises weiterentwickelt werden müssen. Ergänzend dazu sollen über die AG Altenhilfe die Kommunikation und Kooperation der Akteure auf regionaler Ebene gefördert, sozialräumliche Entwicklungen besprochen und abgestimmt sowie der regionale Pflegemarkt beobachtet werden und bedarfsgerechte Entwicklungen angestoßen werden.

Das übergeordnetes Ziel ist es, eine leistungsfähige, wirtschaftliche und zahlenmäßig ausreichende pflegerische Versorgungsstruktur im Landkreis sicherzustellen – in Zusammenarbeit mit allen wichtigen Akteuren.

 

Wer gehört zur AG Altenhilfe?

In der Regel nehmen etwa 25 Akteure an einer Veranstaltung teil. Bei speziellen Themen oder geladenen Gästen können es aber auch schon mal 40 Akteure sein. Das war beispielsweise bei der Sitzung am 30. September 2020 so – wegen der AHA-Regeln fanden diese Veranstaltung im Blauen Saal des Kulturzentrums statt. Zum Kreis der Akteure gehören u.a.: Anbieter von Pflegeleistungen in der Häuslichkeit, Tagespflegen und Pflegeheimen, aber auch Seniorenvertretungen, Beratungsdienste (z.B. Wohnraumanpassungsberatung, Demenzberatung, Pflegestützpunkt, Sozialdienst Krankenhaus), kommunale Vertreter, Quartiersmanager, Ehrenamtskoordination, Kranken- und Pflegekassen. Themenabhängig werden weitere Akteure dazu geladen.

 

Die AG trifft sich in der Regel zweimal im Jahr und das immer in den Häusern der verschiedenen Pflegeanbieter, damit sich die Akteure auch untereinander besser kennenlernen können.

 

Was verspricht sich der Landkreis vom „Pakt für Pflege“?

Ganz klar, dass der Schritt in die Umsetzung konkreter und von den Bürger/innen wahrgenommener Maßnahmen gelingt. Ich drücke es immer gern so aus, dass wir kein Erkenntnis- sondern ein Umsetzungsproblem, dahingehend haben, erkannte Entwicklungen über konkrete Maßnahmen aufzufangen. Dies lag zumeist an fehlender Zuständigkeit und mangelnden Ressourcen auch finanzieller Art. Der Pakt für Pflege greift genau diese Punkte auf und bietet die Chance, hier entgegenzusteuern.

Der Pakt für Pflege ermöglicht die Öffnung von Spielräumen für Städte, Ämter und Gemeinden zur Gestaltung alternsgerechter Lebensräume, die den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort gerecht werden. Darüber hinaus versprechen wir uns vom Pakt für Pflege eine noch engere Vernetzung und Abstimmung zwischen Landkreis und Kommunen, bei der die regionale Bedarfsplanung in Umsetzung vor Ort mündet, die von den Havelländer/innen als Verbesserung Ihrer Lebensqualität spürbar wahrgenommen wird.

Die Weiterentwicklung der Arbeit des Pflegestützpunktes, die Investitionsförderung für die Bereiche der Kurzzeit- und Tagespflegen, die Vernetzung und Koordinierung von Akteuren und Angeboten sowie die Ermöglichung von Projekten und Unterstützung von Initiativen vor Ort werden in diesem Rahmen eine wesentliche Rolle spielen.

Dies alles wird auch Kern der nächsten Sitzung der AG-Altenhilfe sein, die am 6. Oktober tagt.

Bericht zur Lage der Migrantinnen und Migranten im Landkreis Havelland

Die Integrations- und Migrationsbeauftragte des Landkreises Havelland hat im Ausschuss für Soziales, Bildung und Gesundheit ihren ausführlichen Bericht über die Lage der Migrantinnen und Migranten im Landkreis Havelland vorgestellt und die Ergebnisse des Berichtes mit den Ausschussmitgliedern diskutiert.

Der Bericht zur Lage der Migrantinnen und Migranten sowie die Präsentation können unter den folgenden Links abgerufen werden: