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Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter.

Ob Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking, Menschenhandel und Gewalt im Rahmen von Prostitution oder Genitalverstümmelung – qualifizierte Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite.

Sie beginnt mit der alltäglichen Anmache, mit frauenfeindlicher Sprache, Witzen und Beschimpfungen. Auch wo Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, wenn sie bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um Belästigungen oder Bedrohungen zu entgehen, handelt es sich um eine Form von Gewalt.

Direkte Erscheinungsformen von Gewalt gegen Frauen sind beispielsweise sexuelle Belästigung, Demütigung, Beleidigung, Prügel, Bedrohung, soziale Kontrolle, sexuelle Nötigung, Stalking oder Vergewaltigung.

Das Hilfetelefon

Rund 35 Prozent aller Frauen in Deutschland sind mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen – so das Ergebnis einer Untersuchung der Europäischen Grundrechteagentur aus dem Jahr 2014. Doch nur circa 20 Prozent der Frauen, die Gewalt erfahren, wenden sich tatsächlich an eine Beratungsstelle.

Hier setzt das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ an: Unter 08000 116 016 und über hilfetelefon.de können sich betroffene Frauen, Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen beraten lassen.

Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking und Digitale Gewalt, aber auch Menschenhandel, Gewalt im Rahmen von Prostitution und Genitalverstümmelung – Gewalt gegen Frauen hat viele Ausprägungen.

Das im März 2013 eingerichtete, bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erleichtert all denen die Kontaktaufnahme, die den Weg zu einer Einrichtung vor Ort zunächst scheuen oder sie aus unterschiedlichen Gründen nicht aufsuchen können.

An 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr sind mehr als 80 Beraterinnen unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die barrierefreie Webseite www.hilfetelefon.de kostenlos und vertraulich erreichbar.

Das Angebot richtet sich aber auch an Menschen aus dem sozialen Umfeld von Betroffenen sowie an Fachkräfte wie Ärzt/-innen, Krankenpfleger/-innen, Lehrer/- innen oder Sporttrainer/-innen. Sowohl die Telefon- als auch die Onlineberatung sind vertraulich: Anrufe können nicht zurückverfolgt werden, E-Mail-Austausch und Chat sind anonymisiert.

Sprachbarrieren gibt es nicht: Jederzeit können Dolmetscherinnen für 17 Fremdsprachen zu den Gesprächen dazu geschaltet werden. Auch hörbeeinträchtigte Menschen können das Hilfetelefon mittels eines Gebärdensprachdolmetschdienstes kontaktieren. Die Beraterinnen sind qualifizierte Fachkräfte mit Erfahrung in der Beratung von gewaltbetroffenen Menschen.

Das Hilfetelefon verzeichnet seit dem 6. März 2013 von Jahr zu Jahr steigende Beratungs- und Kontaktzahlen. Insgesamt mehr als 185.000-mal haben sich zwischen 2013 und 2018 Ratsuchende per Telefon, Chat und E-Mail an das bundesweite Beratungsangebot gewandt. Über 105.000 von Gewalt betroffene Personen nutzten das niedrigschwellige Angebot und ließen sich individuell beraten. Auch die anderen Zielgruppen des Hilfetelefons wurden erreicht:Mehr als 37.000 Personen aus dem sozialen Umfeld Betroffener und Fachkräfte wurden beraten. Besonders häufig war häusliche Gewalt/Gewalt in Partnerschaften und sexualisierter Gewalt Anlass der Gespräche. Oft hatten die Anruferinnen noch nie mit jemandem über ihre Situation gesprochen. 45 Prozent der Kontaktaufnahmen fanden abends und nachts statt – also dann, wenn andere Unterstützungseinrichtungen in der Regel nicht zu erreichen sind.

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Köln angesiedelt. Mehr als 100 Partnerinnen und Partner unterstützen das Hilfetelefon aktuell durch Kooperationen und Öffentlichkeitsarbeit. Informationsmaterialien wie Plakate, Flyer und Online-Banner können über www.hilfetelefon.de/materialien-bestellen.html kostenlos bestellt oder heruntergeladen und zur Verbreitung und Bekanntmachung genutzt werden.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ informiert auch bei Facebook über aktuelle Themen, Hintergründe sowie die Öffentlichkeitsarbeit des Beratungsangebotes: www.facebook.com/hilfetelefon.

Aus Gründen des Datenschutzes sowie der Wahrung von Anonymität und Vertraulichkeit findet die Beratung zu Gewalt gegen Frauen jedoch ausschließlich unter der Nummer 08000 116 016 sowie per E-Mail und Chat auf der Webseite www.hilfetelefon.de statt.

In dem 90-sekündigen Videointerview erklärt Christine Weyh, Fachbereichsleiterin beim Hilfetelefon, warum es gewaltbetroffenen Frauen oft schwer fällt, das Beratungsangebot des Hilfetelefons in Anspruch zu nehmen.
Wen erreiche ich, wenn ich beim Hilfetelefon anrufe? Wie sieht die Beratung aus? Was ist das Besondere am Hilfetelefon? Diese und viele andere Fragen beantwortet jetzt der neue Kurzfilm des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen", der Interessierten das Beratungsangebot näher bringt.
Der Schauspieler Marcus Mittermeier unterstützt das Hilfetelefon seit 2015. Als gewalttätiger Ehemann im SAT.1-Fernsehfilm "Die Ungehorsame" beschäftigte sich Marcus Mittermeier erstmals mit dem Thema Gewalt gegen Frauen.